UN: UNICEF warnt vor endlosem Leid von Kindern in Gaza
UNICEF hat in einer dringenden Stellungnahme die humanitäre Lage im Gazastreifen als „endlose Leidensspirale“ für Kinder bezeichnet und fordert unverzüglichen, uneingeschränkten Zugang für Hilfsoperationen, um die Grundversorgung mit sauberem Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung sicherzustellen.
Lebensbedingungen vor Ort
Familien leben in überfüllten Unterkünften, in denen das Wasser aus den Decken sickert und Ratten durch Risse kriechen. Die Infrastruktur ist stark beschädigt, sodass viele Haushalte nur sehr begrenzten Zugang zu sauberem Wasser haben und zwischen Trinken, Waschen und Kochen wählen müssen.
Beispielhafte Schicksale
Ein Elternteil, Hind, berichtete, dass ihre vierjährige Tochter Masa von einer Ratte gebissen wurde und seitdem nicht mehr schlafen kann. Amani, ein weiterer Elternteil, kümmert sich um die siebenjährige Tochter Lemar, die an schweren Hautläsionen aufgrund einer bakteriellen Infektion leidet. Abdel Aleem hat Sandbags um sein Zelt gebaut, um Ratten fernzuhalten, doch diese können die Materialien leicht durchbeißen; sein acht Monate altes Kind Ahmad und die schwangere Schwägerin wurden ebenfalls von Ratten gebissen.
Wasser- und Sanitärkrise
UNICEF versucht, monatlich bis zu 1,5 Millionen Menschen mit sauberem Wasser zu versorgen, steht jedoch vor erheblichen Hindernissen. Zwei von UNICEF beauftragte Lkw‑Fahrer wurden zuletzt bei dem Versuch, Wasser am Al‑Mansoura‑Tankstelle zu holen, getötet. Diese Tankstelle, von der mehr als 250 000 Menschen abhängig sind, ist derzeit nicht erreichbar. Zusätzlich werden dringend benötigte Materialien wie Öle, Chemikalien für Wasseraufbereitung und Ersatzteile für die Reparatur von Wasser‑ und Abwassersystemen nicht in ausreichendem Umfang zugelassen.
Gesundheitliche Folgen
Die mangelhafte Wasserversorgung führt zu einem Anstieg von Atemwegserkrankungen, akuter wässriger Diarrhoe und Hautkrankheiten. Flöhe, Läuse und Krätze sind weit verbreitet, und immer mehr Kinder benötigen Krankenhausbehandlung, obwohl derzeit kein voll funktionsfähiges Krankenhaus im Gazastreifen existiert. Trotz einer vorübergehenden Umkehr der Hungersnot bleibt die Zahl der stark unterernährten Kinder alarmierend hoch.
Appell von UNICEF
Salim Oweis, Kommunikationsspezialist von UNICEF, betonte, dass kein Elternteil in der Lage sein sollte, die Grundbedürfnisse seines Kindes nicht zu erfüllen. Er forderte die Aufhebung aller Beschränkungen für den Transport von Materialien zur Wiederherstellung von Wasser‑ und Sanitärsystemen sowie die uneingeschränkte Einhaltung des humanitären Völkerrechts. Ohne ausreichende Wasser- und Nahrungsversorgung droht ein Rückfall in chronische Unterernährung, dessen Folgen ein Leben lang nachwirken können.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von United Nations, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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