Kernbefunde
Nach Angaben von UNICEF ist die akute Unterernährung von Kindern in Gaza zwischen dem 31. Mai und dem 15. Juni 2026 auf rund ein Prozent gesunken, während 12,2 % der Kinder chronisch unterernährt (stunted) bleiben.
Hintergrund der Krise
Im August 2025 wurde nach zwei Jahren Hamas‑Israel‑Krieg und der Zerstörung von 87 % der Ackerflächen in Gaza ein Hunger-Notstand (IPC‑Famine) gemeldet. Die israelische Blockade wurde nach dem Waffenstillstand im Oktober 2025 gelockert, wodurch mehr humanitäre Hilfe eintraf.
Erhebungsdaten
Die UNICEF‑Erhebung umfasste 1.335 Kinder und mehr als 2.000 befragte Haushalte, was die Bevölkerung in zugänglichen Gebieten repräsentiert. Im August 2025 wurden 17.000 Kinder wegen akuter Unterernährung behandelt; bis März 2026 sank diese Zahl auf 3.000.
Langzeitfolgen
Stunting kann die Gehirnentwicklung, Lernfähigkeit und künftige Gesundheit dauerhaft beeinträchtigen. Edouard Beigbeder, regionaler Direktor von UNICEF für den Nahen Osten und Nordafrika, betont, dass akute Unterernährung innerhalb von Wochen verbessert werden kann, die weiterreichenden Schäden jedoch bestehen bleiben.
Weitere Risiken
Fast ein Zehntel der Frauen im reproduktiven Alter sind selbst unterernährt, was das Risiko von Kindern mit niedrigem Geburtsgewicht erhöht. Stillen bleibt verbreitet, jedoch erhalten nur 20‑30 % der Kleinkinder eine ausreichend vielfältige Ernährung.
Gesundheitsversorgung
Kinder, die an Durchfallerkrankungen leiden, haben häufig keinen Zugang zu Behandlung, und die Impfquoten liegen unter dem für Herdenimmunität notwendigen Schwellenwert. UNICEF warnt, dass die Lage weiterhin fragil ist und ein Aussetzen der Hilfe zu einem schnellen Anstieg der akuten Unterernährung führen könnte.
Forderungen und Empfehlungen
UN‑Sprecher Stéphane Dujarric fordert anhaltenden, ungehinderten Zugang zu humanitärer Hilfe, Treibstoff, Finanzierung für Ernährung, Wasser‑ und Sanitärdienste sowie offene Märkte. UNICEF empfiehlt kurz‑fristige Aufrechterhaltung der Behandlung, mittelfristige Prävention und langfristigen Wiederaufbau von Gesundheits‑ und Lebensmittelsystemen.
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