UN: UNICEF warnt vor humanitärer Notlage im Zentralen Sahel
Nach einem 14‑tägigen Besuch in Niger, Burkina Faso und Mali erklärte der stellvertretende Exekutivdirektor von UNICEF, Ted Chaiban, dass fast 7,5 Millionen Kinder im Zentralen Sahel dringend humanitäre Unterstützung benötigen. Er bezeichnete die Lage als „eine Notlage, die noch zu wenig Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft erfährt“.
Humanitäre Lage im Zentralen Sahel
Chaiban berichtete, dass in den drei Ländern über 3,6 Millionen Menschen durch Gewalt und erzwungene Vertreibung aus ihren Heimatorten vertrieben wurden. Die Kombination aus Unsicherheit, Klimaschocks und sozio‑ökonomischen Krisen erschwere den Zugang zu Grundversorgung für Kinder erheblich.
Reformen und Fortschritte in den Ländern
In Niger seien seit Jahresbeginn mehr als die Hälfte aller Gemeinden modernisiert worden, wodurch die Geburtenregistrierungsrate von 62 % im Jahr 2023 auf 79 % im Vorjahr gestiegen sei. Burkina Faso habe rund 25 % seines Staatshaushalts für Bildung und etwa 12 % für Gesundheit bereitgestellt. In Mali erreichte die nationale Impfquote 2024 82 %.
Gewalt und Verstöße gegen Kinderrechte
UN‑Daten belegen mehr als 1 500 schwere Verletzungen von Kinderrechten, darunter Tötungen, Entführungen und die Rekrutierung von Kindern durch bewaffnete Gruppen. Im Jahr 2025 seien über 8 400 Schulen unzugänglich gewesen, was das Risiko von Krankheit und psychosozialer Belastung erhöhe.
UNICEF‑Unterstützung vor Ort
UNICEF‑Teams arbeiteten in den betroffenen Ländern an Projekten in den Bereichen Gesundheit, Wasser, Bildung und Kinderschutz. Chaiban betonte, dass die Wirksamkeit der Hilfe steigere, wenn lokale Systeme gestärkt und Gemeinschaften befähigt würden.
Aufruf an die internationale Gemeinschaft
Der UNICEF‑Vertreter forderte die internationale Gemeinschaft auf, die humanitäre Notlage nicht zu ignorieren und sofortige Maßnahmen zu ergreifen, um die Millionen von Kindern im Sahel zu unterstützen. Er verwies darauf, dass die Resilienz der Kinder kein Grund für Untätigkeit sei.
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