UN: UNIFIL warnt vor wachsendem Risiko für Zivilbevölkerung im Süden Libanons
Hintergrund der jüngsten Kampfhandlungen
In den vergangenen Tagen kam es zu Drohnenangriffen der Hisbollah sowie zu Gegenangriffen der israelischen Streitkräfte, die außerhalb des eigentlichen UNIFIL‑Einsatzgebiets stattfanden. Trotz dieser geografischen Abgrenzung spürte das Friedenskorps die Auswirkungen entlang der „Blue Line“ im Süden Libanons.
UNIFIL fordert Zurückhaltung und politische Initiative
Der UNIFIL‑Sprecher Kandice Ardiel appellierte an alle Parteien, die Vorgaben der Sicherheitsratsresolution 1701 zu beachten und vorhandene Entschärfungsmechanismen zu nutzen. „Es liegt im Interesse aller, nicht auf dem militärischen Pfad zu verharren“, sagte Ardiel.
Zunahme militärischer Aktivitäten im Einsatzgebiet
Die Mission beobachtete eine steigende Zahl logistischer Bewegungen, Demolierungen und Projektilabschüsse innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs, obwohl das allgemeine Gewaltlevel im Vergleich zu den Vormonaten gesunken sei.
Auswirkungen auf Zivilbevölkerung und Infrastruktur
Mehrere Dörfer und Stadtteile im Süden litten unter schwerer Zerstörung von Wohnhäusern, Straßen und Versorgungseinrichtungen. Die eingeschränkte Bewegungsfreiheit erschwerte den Alltag der Bewohner und behinderte den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen.
Humanitäre Lage und Finanzierungsdefizite
Seit Ausbruch des Konflikts im März haben rund 900.000 Menschen mindestens eine Notfall‑Cash‑Unterstützung erhalten. Die laufende sechs‑monatige Hilfsaktion, für die fast 640 Millionen US‑Dollar benötigt werden, ist zum Zeitpunkt des Berichts nur zur Hälfte finanziert.
Mandatsende und Perspektiven
Das Mandat von UNIFIL läuft Ende des Jahres aus. Der Generalsekretär António Guterres hat in einem Juni‑Brief Optionen für die Aufrechterhaltung einer kleineren UN‑Präsenz und die Stärkung des politischen Büros (UNSCOL) skizziert, um ein Sicherheitsvakuum zu vermeiden.
Koordination mit regionalen Streitkräften
UNIFIL koordiniert weiterhin eng mit der libanesischen Armee und den israelischen Streitkräften, um Bewegungen zu begleiten, Entschärfungsmechanismen zu aktivieren und den Schutz von Zivilisten zu verbessern.
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