UN: UNRWA warnt nach israelischer Besetzung des Kalandia‑Berufszentrums über Folgen für Jugendliche
Am 24. August 2026 haben israelische Sicherheitskräfte das Kalandia Vocational Training Centre im besetzten Ostjerusalem eingenommen und die Kontrolle über die Einrichtung übernommen. Durch die Besetzung verlieren rund 340 junge Palästinenser aus den Flüchtlingslagern des Westjordanlands den Zugang zu beruflicher Ausbildung, die für ihre Zukunftsperspektiven entscheidend ist.
UNRWA‑Reaktion und internationale Verurteilung
Die Vereinten Nationen haben das Vorgehen scharf kritisiert. Sekretär‑General António Guterres forderte die israelische Regierung auf, die Besetzung unverzüglich zu beenden, die Einrichtungen zu räumen und den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. UNRWA bezeichnete den Eintritt von Sicherheitskräften in ein UN‑Gebäude ohne Genehmigung als inakzeptable Verletzung der Vorrechte und Immunitäten der Organisation.
Hintergrund der Maßnahme
Laut Roland Friedrich, Direktor für UNRWA‑Angelegenheiten im Westjordanland, ist die Besetzung Teil einer breiteren Strategie der israelischen Regierung, die Aktivitäten von UNRWA im besetzten Ostjerusalem zu beenden. Diese Strategie basiert auf einem Gesetz, das vor etwa eineinhalb Jahren verabschiedet wurde und seitdem schrittweise die Schließung von sechs UNRWA‑Schulen und die Unterbrechung von Wasser‑ und Stromversorgung für UNRWA‑Einrichtungen vorsieht.
Auswirkungen auf die Ausbildung
Das Kalandia‑Zentrum bietet berufliche Schulungen für Jugendliche aus den Flüchtlingslagern des Westjordanlands an. Die Schließung des Zentrums beraubt die 340 betroffenen jungen Menschen ihres Rechts auf Bildung und die Möglichkeit, berufliche Qualifikationen zu erwerben, die ihnen den Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen würden.
Verletzung von UN‑Immunitäten
Friedrich betonte, dass die anhaltende Präsenz israelischer Sicherheitskräfte im Zentrum eine klare Missachtung der UN‑Immunitäten darstelle. Er verwies darauf, dass die Vorrechte und Immunitäten der Vereinten Nationen, einschließlich der Unverletzlichkeit von UN‑Gebäuden und dem Schutz des Personals, von allen Mitgliedstaaten zu respektieren seien.
UNRWA‑Aktivitäten trotz Einschränkungen
Trotz der Beschränkungen im Ostjordan weiter betreibt UNRWA umfangreiche Hilfsprogramme. Im Gazastreifen sind über 11.000 Mitarbeiter im Einsatz, die Bildung, Gesundheitsberatung, Unterkünfte und Trinkwasser bereitstellen. Im Westjordanland arbeiten rund 4.600 Mitarbeiter, die im vergangenen Jahr 1,1 Millionen Gesundheitsberatungen in 50 Gesundheitseinrichtungen leisteten und soziale Unterstützung für mehr als 270 000 Begünstigte organisierten.
Appell an die internationale Gemeinschaft
Friedrich appellierte an die Mitgliedstaaten, Druck auszuüben, damit UNRWA das Kalandia‑Zentrum wieder betreiben kann. Er betonte, dass die Wiederherstellung des Respekts für die UN und die Sicherstellung humanitärer Räume im Westjordanland entscheidend seien, um die Gefahr einer weiteren Vertreibung und die Ausweitung von Siedlungen zu verhindern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von UN News, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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