Forscher haben die Auswirkungen von Versiegelungsmaterialtyp, Klebstoffanwendung und Speichelkontamination auf Mikroleckage, Scherfestigkeit und Grenzflächenanpassung von Pit‑and‑Fissur‑Versiegelungen untersucht. Dabei wurden 160 extrahierte menschliche Molaren in acht Versuchsgruppen eingeteilt, die sich nach Versiegelungsart (resin‑basiert, glasionomer‑basiert oder fließfähiger Composite), Anwendung von Klebstoff und Kontaminationszustand unterschieden.
Methodik
Jede Gruppe erhielt die zugewiesene Versiegelung, wobei bei einigen Proben ein Haftvermittler (Adhesiv) vor dem Auftragen appliziert wurde. In den Kontaminationsgruppen wurde Speichel auf die Zahnoberfläche aufgetragen, gefolgt von einem erneuten Ätzschritt (Re‑Etching) bei Bedarf. Nach Thermocycling wurden Mikroleckage und nicht ausgefüllte Bereiche an der Schmelz‑Versiegelungs‑Grenze mittels Farbdurchdringung und Bildanalysesoftware ermittelt. Die Scherfestigkeit (SBS) wurde mit einer Universalprüfmaschine gemessen und die Bruchmodi unter dem Stereomikroskop klassifiziert. Die Grenzflächenanpassung wurde mit Rasterelektronenmikroskopie (SEM) analysiert. Statistische Auswertungen erfolgten mit Fisher‑Exact‑Test, Kruskal‑Wallis‑Test, Mann‑Whitney‑U‑Test und ANOVA (α = 0,05).
Ergebnisse zur Mikroleckage
Resin‑basierte und fließfähige Composite‑Versiegelungen zeigten signifikant geringere Mikroleckage als glasionomer‑basierte Materialien (p < 0,05). Der Einsatz von Klebstoff erhöhte die Mikroleckage leicht, jedoch blieb die Differenz gegenüber den Kontaminationsgruppen statistisch nicht signifikant.
Ergebnisse zur Scherfestigkeit
Die Anwendung von Klebstoff steigerte die Scherfestigkeit in allen Materialgruppen. Speichelkontamination reduzierte die Scherfestigkeit deutlich (p < 0,05), während ein erneuter Ätzschritt die Bindungsfestigkeit wieder auf das Niveau der nicht kontaminierten Proben brachte.
Mikroskopische Befunde
SEM‑Aufnahmen zeigten bei resin‑basierten und fließfähigen Composite‑Versiegelungen eine homogene Anpassung und durchgehende Randkonturen. Kontaminierte Proben wiesen unregelmäßige Grenzflächen und mikroskopische Lücken auf, die nach Re‑Etching weitgehend verschwanden.
Schlussfolgerungen
Die Leistung von Versiegelungen wird stark von der Materialviskosität, der Oberflächenvorbehandlung und der Kontrolle von Kontamination beeinflusst. Ein erneuter Ätzschritt nach Kontamination stellt die Bindungsfähigkeit des Zahnschmelzes wieder her. Adhesiv‑unterstützte fließfähige Composite‑Versiegelungen kombinieren optimale Dichtigkeit, Haftfestigkeit und Grenzflächenanpassung, was sie für feuchte klinische Bedingungen besonders geeignet macht.
Klinische Implikationen
Die Ergebnisse legen nahe, dass in feuchten Umgebungen der Einsatz von Klebstoff und fließfähigem Composite‑Versiegelungsmaterial bevorzugt werden sollte, um sowohl die Dichtigkeit als auch die langfristige Haftung zu maximieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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