Kernergebnis
Die Autoren berichten, dass sowohl Serumharnsäure als auch die rote Blutkörperchen-Verteilungsbreite‑Standardabweichung (RDW‑SD) unabhängig mit der Schwere des obstruktiven Schlafapnoe‑Hypopnoe‑Syndroms (OSAHS) sowie mit nächtlicher Hypoxie bei Männern im Alter von 40 bis 65 Jahren assoziiert sind.
Hintergrund und Zielsetzung
OSAHS ist ein verbreitetes schlafbezogenes Atemwegserkrankung, für das die Polysomnographie als Goldstandard gilt. Die Autoren wollten prüfen, ob routinemäßig verfügbare hämatologische Parameter Aufschluss über das Krankheitsstadium geben können.
Studienaufbau
In einer retrospektiven Analyse wurden 132 Patienten im Alter von 40‑65 Jahren in zwei Gruppen eingeteilt: 69 Patienten mit nicht‑schwerer OSAHS und 63 Patienten mit schwerer OSAHS, definiert durch den Apnoe‑Hypopnoe‑Index (AHI). Blutparameter wurden erfasst und statistisch ausgewertet.
Hauptbefunde
Die Vergleichsanalyse zeigte signifikant höhere Werte für Hämoglobin, Hämatokrit, mittleres korpuskuläres Volumen (MCV), RDW‑SD und Serumharnsäure im schweren Patientenkollektiv (alle p < 0,05).
Multivariate Analyse
Nach Durchführung einer logistischen Regressionsanalyse identifizierten die Autoren Serumharnsäure als einzigen unabhängigen Prädiktor für schwere OSAHS (OR = 1,01, p = 0,012). Die Kombination von Harnsäure und RDW‑SD erzielte eine Fläche unter der ROC‑Kurve von 0,79 (95 %‑KI: 0,69‑0,89) mit einer Sensitivität von 77,4 % und Spezifität von 80,4 %.
Zusammenhang mit nächtlicher Hypoxie
Spearman‑Korrelationen zeigten, dass Harnsäure signifikant mit dem mittleren (r = ‑0,26, p = 0,034) und dem minimalen SpO₂ (r = ‑0,30, p = 0,014) während des Schlafs korreliert, jedoch nicht mit dem AHI (r = 0,19, p = 0,123). In einer multiplen linearen Regressionsanalyse, angepasst an Alter und BMI, blieben sowohl Harnsäure als auch RDW‑SD signifikant mit den SpO₂‑Werten assoziiert (p < 0,001).
Schlussfolgerungen
Die Autoren schließen, dass Serumharnsäure und RDW‑SD unabhängige Marker für die Schwere von OSAHS und für nächtliche Hypoxie darstellen. Sie schlagen vor, dass die Kombination beider Parameter zur Risikostratifizierung genutzt werden könnte, betonen jedoch, dass prospektive Studien zur Validierung erforderlich sind.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access).
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