US‑Kongress prüft 2025 mehrere Gesetze zur Online‑Altersverifikation
Im Jahr 2025 haben US‑Abgeordnete fast zwanzig föderale Gesetzentwürfe behandelt, die Altersverifikations‑Mechanismen für Online‑Dienste vorsehen. Ziel der Vorlagen war, sowohl für erwachsene als auch für minderjährige Nutzer eine Identitätsprüfung zu verlangen, um den Zugang zu bestimmten Inhalten zu steuern.
Kids Online Safety Act (KOSA)
Der im Jahr 2022 erstmals vorgestellte Kids Online Safety Act (KOSA) würde dem Federal Trade Commission (FTC) die Befugnis geben, Plattformen zu verklagen, die keine Maßnahmen ergreifen, um Minderjährige vor definierten Risiken zu schützen. Die Kernforderung besteht darin, dass Online‑Dienste „angemessene Sorgfalt“ walten lassen, um Inhalte zu blockieren, die angeblich Depressionen, Angststörungen, Essstörungen, Substanzmissbrauch, Mobbing oder exzessive Nutzung fördern. Gleichzeitig sieht das Gesetz vor, dass alle Nutzer ihr Alter nachweisen müssen, bevor sie Inhalte lesen oder veröffentlichen können.
Legislative Entwicklung 2025
Im Senat wurde eine Version des KOSA im Sommer 2025 mit breiter Mehrheit verabschiedet, erreichte jedoch nicht die Ausschussphase im folgenden Kongress. Im Repräsentantenhaus fehlte eine einheitliche Position; ein ursprünglicher Initiator des Gesetzentwurfs stimmte im Dezember 2025 gegen den Entwurf, sodass das Gesetz nicht weiterverfolgt wurde.
GUARD Act
Ein weiterer Gesetzentwurf, der GUARD Act, verlangte, dass KI‑Chatbots das Alter aller Nutzer prüfen und die Nutzung durch Minderjährige untersagen. Der Entwurf sah zudem hohe Strafzahlungen für Anbieter vor, die Inhalte verbreiten, die als schädlich eingestuft werden. Wie beim KOSA hätte die Umsetzung zu umfangreichen Datenerhebungen und einer potenziellen Einschränkung der Meinungsfreiheit geführt.
Opposition und Koalitionen
Laut Angaben der Electronic Frontier Foundation (EFF) bildeten zivilgesellschaftliche Gruppen, Datenschutz‑Experten und weitere Interessengruppen ein breites Bündnis, das die Vorlagen kritisierte. Die Koalition argumentierte, dass die vorgeschlagenen Altersverifikationssysteme die Privatsphäre aller Internetnutzer gefährden und kleinere Plattformen unverhältnismäßig belasten würden.
Ausblick
Bis zum Jahresende 2025 blieben die genannten Gesetzentwürfe ohne Gesetzesbeschluss. Die EFF und ihre Partner betonten, dass die Debatte über Online‑Altersverifikation weitergeführt werde und forderten zukünftige Gesetzgeber auf, stattdessen transparente, datenschutzfreundliche Maßnahmen zu prüfen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Electronic Frontier Foundation, lizenziert unter Creative Commons Attribution 4.0 (CC BY 4.0). Offene journalistische Inhalte.
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