USA: Ausweitung von Altersverifikationsgesetzen 2025 – Überblick
Im Jahr 2025 haben neun US-Bundesstaaten Gesetze in Kraft gesetzt, die eine Altersverifikation für den Zugriff auf erwachsene Inhalte oder soziale Medien vorschreiben. Die Gesetze traten in South Carolina und Florida am 1. Januar, in Tennessee am 13. Januar, in Georgia und Wyoming am 1. Juli, in North Dakota am 1. August, in Arizona am 26. September, in Ohio am 30. September und in Missouri am 30. November in Kraft. Damit verlangen nunmehr die Hälfte der Bundesstaaten eine solche Verifikation.
Gesetzliche Neuerungen in neun Bundesstaaten
Laut Angaben der Electronic Frontier Foundation (EFF) verpflichten die neuen Regelungen Nutzer, ihr Alter nachzuweisen, bevor sie auf erwachsene Inhalte zugreifen oder sich bei sozialen Netzwerken anmelden können. Die Gesetzgebung erstreckt sich zudem auf Geräte‑ und App‑Store‑Ebene, etwa durch Kaliforniens Digital Age Assurance Act, der Betriebssystem‑Anbieter zur Abfrage des Geburtsdatums verpflichtet.
Reaktionen der Gerichte
Mehrere Gerichte haben einzelne Bestimmungen blockiert, weil sie nach Ansicht der Gerichte gegen das First‑Amendment verstoßen. So stoppte ein US-Bezirksgericht im November 2025 das kalifornische Gesetz zu Warnhinweisen, und ähnliche Entscheidungen wurden in Colorado und anderen Bundesstaaten getroffen.
Auswirkungen auf das Nutzerverhalten
Unabhängige Forschungen des New York Center for Social Media and Politics und des Phoenix Center belegen, dass die Gesetze das Nutzerverhalten nicht wie beabsichtigt ändern. Nach Inkrafttreten der Gesetze sanken die Suchanfragen nach blockierten Plattformen, während die Suche nach Offshore‑Anbietern stark zunahm. In Florida stieg die Nachfrage nach VPN‑Diensten um 1,150 %.
Erweiterung auf soziale Medien und Geräte
Im selben Jahr verabschiedeten weitere Bundesstaaten Gesetze, die soziale Medien verpflichten, das Alter ihrer Nutzer zu prüfen und bei Minderjährigen die elterliche Zustimmung einzuholen. Zusätzlich forderte Virginia mit SB 854, dass Plattformen Nutzer unter 16 Jahren standardmäßig auf eine Stunde tägliche Nutzung beschränken, sofern die Eltern keine abweichende Regelung treffen.
Regelungsprozesse und Kommentierung
Die Gesetzgeber begannen zudem mit der Ausarbeitung konkreter technischer Vorgaben. Kalifornien hielt im November eine Anhörung zur SB 976 ab, während New York im Dezember 2025 Entwürfe für das SAFE‑Gesetz veröffentlichte. Die EFF reichte in beiden Fällen Stellungnahmen ein, in denen sie vor den diskriminierenden Auswirkungen und der Normalisierung von Überwachungsmaßnahmen warnte.
Ausblick und weitere legislative Vorhaben
Die EFF weist darauf hin, dass weitere Gesetzentwürfe bereits in Planung sind, etwa Identitätsprüfungen für Kosmetik‑ oder Nahrungsergänzungsmittel sowie Verbote von VPN‑Nutzung in Wisconsin und Michigan. Die Organisation kündigt an, im Jahr 2026 verstärkt gegen diese Vorhaben vorzugehen, um ein freies, offenes und privates Internet zu bewahren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Electronic Frontier Foundation, lizenziert unter Creative Commons Attribution 4.0 (CC BY 4.0). Offene journalistische Inhalte.
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