Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald J. Trump, hat am 20. Juli 2026 eine Proklamation erlassen, in der er bis zu 50 % ad valorem Zölle auf bestimmte kanadische Produkte festlegt, um die wirtschaftlichen Nachteile auszugleichen, die durch kanadische Fahrzeugzölle gegenüber US‑Exporten entstanden sind.
Rechtliche Grundlage
Die Maßnahme stützt sich auf § 338 des Tariff Act von 1930, der dem Präsidenten das Recht gibt, zusätzliche Zölle zu erheben, wenn ausländische Diskriminierung den US‑Handel benachteiligt. Ergänzend beruft sich die Proklamation auf § 604 des Trade Act von 1974, der die Einbindung solcher Änderungen in den Harmonized Tariff Schedule der USA erlaubt.
Hintergrund der kanadischen MaĂźnahmen
Seit dem 9. April 2025 erhebt Kanada einen 25‑prozentigen Zoll auf US‑Motorfahrzeuge, die nicht unter die zollfreie Behandlung des USMCA fallen. Für Fahrzeuge, die unter das Abkommen fallen, wird ein zusätzlicher 25‑prozentiger Aufschlag auf nicht in Kanada oder Mexiko hergestellte Vorleistungen erhoben. Darüber hinaus betreibt Kanada ein Tariff‑Rate‑Quota (TRQ), das die zollfreie Menge pro Automobilhersteller begrenzt.
Auswirkungen auf den US‑Handel
Durch das kanadische Tarifsystem sind die US‑Exporte von Kraftfahrzeugen nach Kanada zwischen April 2025 – März 2026 um rund 22 % zurückgegangen, von etwa 25,9 Milliarden USD auf etwa 20,3 Milliarden USD. Im Gegensatz dazu haben Importe kanadischer Kunden aus anderen Ländern zugenommen: Mexiko‑Fahrzeuge stiegen um 23,6 %, während Importe aus Japan, Korea und Deutschland um 10,1 % bis 13,5 % wuchsen, was insgesamt einen Anstieg von rund 2,85 Milliarden USD bedeutet.
Reaktion der US‑Regierung
Die US‑Regierung argumentiert, dass die kanadischen Zölle die amerikanischen Unternehmen, Arbeiter und die gesamtwirtschaftliche Vitalität belasten, da sie Einnahmen und Investitionen in den USA reduzieren. Durch die neuen Zusatzzölle soll die Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Produzenten gestärkt und ein Anreiz für Kanada geschaffen werden, die diskriminierenden Praktiken zu überdenken.
Details der neuen Zölle
Die Proklamation legt fest, dass ab dem 19. August 2026 um 12:01 Uhr östlicher Zeit ein zusätzlicher ad valorem Zoll von bis zu 50 % auf die in Anhang II genannten kanadischen Produkte erhoben wird. Der Präsident behält sich das Recht vor, die Maßnahmen nach eigenem Ermessen zu ändern, zu ergänzen oder aufzuheben, sofern dies im öffentlichen Interesse liegt.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von White House, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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