International: Vier Pflegekräfte nach vollständiger Genesung aus Ebola-Ausbruch entlassen
Vier Pflegekräfte, die sich im Zuge des Ebola-Ausbruchs im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) infiziert hatten, wurden nach vollständiger Genesung aus dem Krankenhaus entlassen. Die Entlassungen markieren den ersten Fall von kompletten Heilungen seit Beginn der Gesundheitskrise im Juni.
Hintergrund des Ausbruchs
Seit dem 15. Mai 2026 ist in der DRK ein Ausbruch des Ebola-Virus, ausgelöst durch den Bundibugyo-Stamm, bestätigt. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es 210 bestätigte Infektionen und 17 bestätigte Todesfälle. Zusätzlich werden etwa 350 Verdachtsfälle untersucht, wobei 16 Gesundheitspersonal bereits infiziert wurden.
Aktuelle Lage
Bislang haben sich fünf Personen von der Infektion erholt, darunter ein Laborarbeiter, dem am vergangenen Donnerstag die Freigabe erteilt wurde. Die vier Pflegekräfte, die nun entlassen wurden, gehören zu den jüngsten Genesungen, die die WHO als Hinweis auf die Wirksamkeit früher Diagnosen und schneller Behandlung ansieht.
Reaktionsmaßnahmen der WHO
Die WHO hat in Bunia, der Hauptstadt der Provinz Ituri, ein renoviertes Ebola-Behandlungszentrum mit 24 Betten und einer Gesamtkapazität von 60 Betten an die lokalen Gesundheitsbehörden übergeben. Zusätzlich wird ein Anbau mit bis zu 42 Betten eingerichtet, um die steigende Patientenzahl zu bewältigen.
Therapeutische Optionen
Obwohl es keinen zugelassenen Impfstoff oder eine zugelassene Therapie für das Bundibugyo-Virus gibt, hat die WHO mehrere Kandidaten für klinische Studien priorisiert. Für die Behandlung stehen die monoklonalen Antikörper MBP 134 und Maftivimab sowie das antivirale Medikament Remdesivir zur Verfügung. Als Präventionsmaßnahme wird das orale Antiviralobeldesivir in einer Studie als Post-Expositions-Therapie getestet. Zwei Impfstoffkandidaten sollen nach Verfügbarkeit der Dosen evaluiert werden.
Ausblick und weitere Schritte
Der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte, dass ein frühzeitiger Zugang zu medizinischer Versorgung die Überlebenschancen erheblich steigere. Die Agentur fordert weiterhin intensiven Einsatz von Gemeinschaftsarbeit, um die Übertragung zu unterbrechen, und verweist auf die Notwendigkeit, die humanitäre Lage in den betroffenen Regionen zu stabilisieren.
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