Vertreter aus zwölf Staaten nahmen am Donnerstag an einer virtuellen diplomatischen Feldbesichtigung eines Vertriebenenlagers im Gazastreifen teil. Die Online‑Begegnung wurde vom UN‑Humanitären Koordinator für das besetzte palästinensische Gebiet, Ramiz Alakbarov, und seiner stellvertretenden Kollegin Suzanna Tkalec geleitet. Während der Sitzung berichteten Bewohner über ihre dringendsten Bedürfnisse.
Schwieriger Zugang vor Ort
UN‑Sprecher Stéphane Dujarric erklärte, dass Diplomaten seit Oktober 2023 kaum physischen Zugang zu Gaza erhalten, ähnlich wie Journalisten. Die virtuelle Form ermögliche dennoch einen direkten Einblick in die Lebensbedingungen vor Ort.
Beobachtete BedĂĽrfnisse
Durch die Videoverbindung konnten die Diplomaten die Versorgung mit Trinkwasser beobachten, das von einem lokalen Partner per Lastwagen an einen Verteilungspunkt gebracht wurde. Die Anwesenden äußerten den Wunsch nach nachhaltigen Wasserdiensten, insbesondere während der heißen Sommermonate, sowie nach Arbeitsgelegenheiten im Rahmen von Cash‑for‑Work‑Programmen, um ihre Familien zu ernähren. Zudem wurden Hunderte Zelte entlang der Uferlinie gezeigt.
Finanzierungsbedarf und politische Hindernisse
Alakbarov dankte den Diplomaten für ihre finanzielle Unterstützung, betonte jedoch, dass zusätzliche Mittel und politische Maßnahmen nötig seien, um bestehende Hindernisse zu beseitigen und die Operationen auszubauen.
Wasserversorgungslage
Die Wasser‑ und Sanitär‑Cluster‑Überwachung aus dem Juni zeigte, dass 84 % der befragten Haushalte eine moderate bis hohe Unsicherheit bei der Wasserversorgung verspürten. UNRWA verteilte in der Zeit vom 16. bis 30. Juni rund 79 Millionen Liter Trink‑ und Haushaltswasser und erreichte täglich über 860 000 Vertriebenen.
Gesundheitsversorgung
Im gleichen Zeitraum wurden fast 5 000 Kinder im Alter von sechs bis 59 Monaten in UNRWA‑Gesundheitszentren untersucht, wobei 203 Fälle von Unterernährung festgestellt wurden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellte spezialisierte Flaschen für 45 Säuglinge mit Lippen‑ oder Gaumenspalte bereit, deren Versorgung angesichts knapper medizinischer Vorräte im Gazastreifen zunehmend erschwert sei.
Ausblick
Die virtuelle Besichtigung verdeutlicht die anhaltenden humanitären Herausforderungen im Gazastreifen und unterstreicht den Bedarf an verstärkter finanzieller Unterstützung sowie an Maßnahmen zur Verbesserung von Wasser- und Gesundheitsinfrastruktur.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
Ende der Uebertragung