Eine aktuelle randomisierte Virtual‑Reality‑Studie mit 282 Teilnehmenden hat gezeigt, dass vegetierte Innenhöfe von Lehrgebäuden den Stress von Personen auf städtischen Campus reduzieren.
Versuchsdesign und Messparameter
Die Untersuchung kombinierte drei Stufen von Landschaftskoherenz (niedrig, moderat, hoch) und drei Stufen von Komplexität (niedrig, moderat, hoch) sowie einen nicht‑vegetierten Kontrollbereich. Komplexität wurde mittels Shannon‑Entropie quantifiziert, während Koherenz die Anordnung von Bepflanzungen widerspiegelte.
Während der Versuchsabläufe wurden Herzfrequenz, RMSSD, Hautleitfähigkeit (SCL) und die Perceived Restorativeness Scale (PRS) in den Phasen Basis, Stress und Erholung gemessen.
Ergebnisse zu physiologischen und subjektiven Indikatoren
Die Ergebnisse zeigten, dass vegetierte Szenen die Hautleitfähigkeit und die PRS im Vergleich zum Kontrollbereich verbesserten. Die PRS stieg kontinuierlich mit zunehmender Komplexität und erreichte bei mittlerer bis hoher Koherenz ihren Höhepunkt.
Entscheidend war, dass Koherenz die SCL‑Reaktion moderierte: Szenen mit hoher Biodiversität führten nur bei geordneter Anordnung zu einer autonomen Beruhigung.
Implikationen fĂĽr die Praxis
Die Autoren schließen daraus, dass die Kombination aus Informations‑Verarbeitungstheorie und physiologischen Stress‑Reduktionsmechanismen ein bedingtes Wirkungsprinzip darstellt. Das entwickelte VR‑Protokoll könne von internationalen Teams mit lokalen Pflanzenarten adaptiert werden und biete praxisnahe Leitlinien für die Gestaltung mikro‑restorativer Infrastrukturen auf dicht bebauten Flächen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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