Forscher nutzten das James‑Webb‑Weltraumteleskop, um den interstellaren Kometen 3I/ATLAS zu untersuchen, nachdem er im Dezember 2025 vom Sonnenlicht erwärmt worden war. Die Messungen lieferten neue Erkenntnisse über die chemische Zusammensetzung des Objekts und ermöglichten Rückschlüsse auf dessen Entstehungsort im frühen Universum.
Instrument und Beobachtungsbedingungen
Das Near‑Infrared Spectrograph (NIRSpec) an Bord von Webb erfasste das Spektrum des Kometen, während er sich von der Sonne entfernte. Die warme Koma aus Gasen bot ideale Bedingungen, um die chemischen Isotope zu messen, die in solaren Kometen selten vorkommen.
Ungewöhnliche Isotopenverhältnisse
Die Analyse zeigte einen Deuterium‑Gehalt, der etwa 30 mal höher liegt als bei Kometen des Sonnensystems. Zusätzlich wurden nur Spuren von Kohlenstoff‑13 im Vergleich zu Kohlenstoff‑12 nachgewiesen. Diese Isotopenmuster deuten auf ein extrem kaltes und strahlungsintensives Entstehungsumfeld hin.
Alter und Herkunft des Kometen
Aus den gemessenen Verhältnissen schätzen die Wissenschaftler das Alter von 3I/ATLAS auf 10‑12 Milliarden Jahre, also in die Phase des kosmischen Höhepunkts der Sternentstehung. Das Material soll in einer dichten, gefrorenen Wolke entstanden sein, die seitdem kaum erwärmt wurde.
Stellungnahme der Forschungsteams
„Dies war eine einzigartige Gelegenheit, ein uraltes Objekt aus einer fernen Galaxie zu studieren, das wahrscheinlich vor unserer Sonne entstanden ist“, erklärte der Astro‑Chemiker Martin Cordiner vom NASA‑GodÂard‑Space‑Flight‑Center. „Wir erhalten direkte Einblicke in eine Zeit und einen Ort, die sonst kaum zugänglich sind.“
Ergänzende Beobachtungen
Eine parallel durchgefĂĽhrte Untersuchung mit dem Very Large Telescope der Europäischen SĂĽdsternwarte, geleitet von Cyrielle Opitom (University of Edinburgh), bestätigte die niedrigen Kohlenstoff‑13‑Werte und ergänzte die Analyse um Stickstoff‑ und Cyanid‑Varianten. Stefanie Milam von NASA‑GodÂard betonte: „Das Auffinden dieser seltenen Isotope ist faszinierend, weil es uns hilft, die Möglichkeit präbiotischer Chemie auĂźerhalb unseres Sonnensystems zu bewerten.“
Bedeutung fĂĽr die Astrobiologie
Die Ergebnisse zeigen, dass die Bausteine für Leben in interstellaren Objekten vorhanden sein können, was die Frage aufwirft, wie häufig lebensfördernde Bedingungen im Universum sind.
James‑Webb‑Mission im Überblick
Das James‑Webb‑Weltraumteleskop, ein gemeinsames Projekt von NASA, ESA und CSA, bleibt das führende Observatorium für die Erforschung von Planeten, Sternen und kosmischen Strukturen. Weitere Informationen zur Mission finden sich auf der offiziellen NASA‑Webseite.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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