Deutschland: Weiterbildung und Qualifikation als Schlüssel für die Zukunft der Arbeit
Öffentliches Fachgespräch zum Thema Zukunft der Arbeit
Am Mittwoch, dem 7. Oktober 2026, fand vor dem Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung und Zukunftsfragen (PBnEZ) ein öffentliches Fachgespräch zum Thema „Zukunft der Arbeit“ statt. Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Steffen Kampeter, und Professor Simone Kauffeld von der Technischen Universität Braunschweig, Projektleiter beim Regionalen Transformationsnetzwerk SüdOstNiedersachsen (ReTraSON), präsentierten ihre Sichtweisen.
Fachkräftemangel versus Zugang zu Künstlicher Intelligenz
Kampeter betonte, dass die zentrale Frage nicht der Zugang zu Künstlicher Intelligenz sei, sondern die Verfügbarkeit von Fachkräften mit den erforderlichen Kompetenzen, um KI produktiv einzusetzen. Er verwies auf einen wachsenden Missmatch zwischen dem Bedarf der Unternehmen und dem Qualifikationsniveau der Arbeitskräfte.
Passung zwischen Qualifikation und Anforderung
Der BDA‑Geschäftsführer schilderte, dass Unternehmen händeringend nach Fachkräften suchen, während gleichzeitig die Arbeitslosigkeit steigt. Er forderte, Talente intensiv auszubilden und lebensbegleitend weiterzuentwickeln, um die Passung zwischen Qualifikation und Anforderung zu sichern.
Frühzeitige Qualifizierung und systematisches Matching
Professor Kauffeld wies darauf hin, dass Stellen gleichzeitig wegfallen und Fachkräfte fehlen. Sie kritisierte das Fehlen eines systematischen Matching‑Verfahrens und plädierte dafür, Beschäftigte bereits vor einem möglichen Arbeitsplatzverlust zu qualifizieren. Ziel sei es, durch gezielte Weiterbildung im Unternehmen Arbeitsplätze zu erhalten.
Flexible, modulare Lernpfade
Nach Ansicht der Professorin seien starre Förderbedingungen hinderlich, da viele sinnvolle Qualifizierungsmaßnahmen unter 120 Stunden liegen und somit nicht gefördert werden. Sie forderte evidenzbasierte, flexible und modulare Lernpfade, die sowohl den Zielen der Beschäftigten als auch den Transformationsbedarfen der Organisation entsprechen.
Kurzarbeit als Innovationszeit
Kauffeld schlug vor, Kurzarbeit als Zeit für Innovation zu nutzen und die Politik zu unterstützen, indem begonnene Qualifizierungen nach Ende der Kurzarbeit weiter gefördert werden. Außerdem könne die Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld an einen Qualifizierungs‑ und Innovationsplan geknüpft werden.
Regionale Arbeitsmarktdrehscheibe und Talentpools
Beide Experten betonten die Bedeutung regionaler Initiativen. Eine regionale Arbeitsmarktdrehscheibe solle freigesetzte Kompetenzen mit dem Bedarf anderer Unternehmen zusammenführen. Talentpools für abgelehnte Bewerber könnten verhindern, dass qualifizierte Kräfte eine Region verlassen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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