Ein gemeinsamer Brief von brasilianischem Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und WHO‑Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus vom 15. Juni 2026 richtet sich an Politiker und andere Führer und fordert die rasche Fertigstellung des WHO‑Pandemieabkommens, insbesondere des Annexes zu Pathogen‑Access‑and‑Benefit‑Sharing (PABS), bis zum 17. Juli.
Hintergrund des Aufrufs
Die COVID‑19‑Pandemie hat nach Angaben der Unterzeichner bis zu 20 Millionen Menschenleben gefordert und wirtschaftliche Verluste von rund 13 Billionen US‑Dollar verursacht. Diese Bilanz verdeutlicht die Notwendigkeit, künftige Ausbrüche besser vorzubereiten.
Inhalt des Schreibens
Der Brief betont eine geteilte globale Verantwortung und stellt klar, dass das Abkommen keine Souveränitätsverluste mit sich bringt. Nationale Regierungen behalten die Entscheidung über Maßnahmen wie Lockdowns oder Impfpflichten.
Bedeutung des PABS‑Anhangs
Der PABS‑Anhang soll den schnellen Austausch genetischer Informationen von gefährlichen Erregern ermöglichen, damit Wissenschaftler Tests, Therapien und Impfstoffe zügig entwickeln können.
Offene Herausforderungen
Komplexe Fragen zur gerechten Verteilung von Nutzen und zu einer fairen Governance bleiben ungeklärt. Bisherige Diskussionen haben diese Punkte nicht vollständig gelöst, was zu Schutzlücken während der COVID‑19‑Krise beitrug.
Geplanter Verhandlungszeitraum
Die Verhandlungen sollen vom 6. bis 17. Juli erneut zusammenkommen, um die offenen Punkte zu schließen und das Abkommen in Kraft zu setzen.
Dringlichkeit laut Wissenschaft
Wissenschaftler schätzen eine etwa 25 Prozentige Chance für eine weitere Pandemie innerhalb der nächsten zehn Jahre. Umwelt‑ und Sozialveränderungen sowie Fortschritte in der Biotechnologie erhöhen das Risiko von unbeabsichtigten oder absichtlichen Freisetzungen.
Historischer Kontext
Frühere globale Gesundheitsinitiativen haben Erfolge erzielt, etwa die Ausrottung der Pocken, die nahezu vollständige Eliminierung von Polio und die Bekämpfung von HIV, Tuberkulose und Malaria. Der Brief stellt die Fertigstellung des Pandemieabkommens als nächsten logischen Schritt dar.
Ausblick
Der Aufruf endet mit der Bitte, den 17. Juli als verbindliche Frist zu behandeln, um das Versprechen einer besseren Vorbereitung zu erfüllen. Ein begleitendes Video erklärt das Pandemieabkommen im Detail.
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