Rückgang der Flüchtlingszahlen
Die Zahl der weltweit flüchtenden und vertriebenen Menschen ist laut aktuellem UNHCR-Bericht von 123 Millionen im Jahr 2024 auf 118 Millionen im Jahr 2025 gesunken – ein erster Rückgang seit einem Jahrzehnt. Der UNHCR‑Vertreter des Hohen Flüchtlingskommissars in Deutschland, Katharina Thote, betonte, dass dies kein Hinweis auf eine Trendwende sei, da das Niveau nach wie vor fast doppelt so hoch sei wie vor zehn Jahren.
Ursachen des Rückgangs
Der Rückgang sei hauptsächlich auf die gestiegene Zahl von Rückkehrern zurückzuführen. Rund 15 Millionen Vertriebene seien in ihre Herkunftsländer oder -regionen zurückgekehrt, wobei besonders Afghanistan, Syrien und Regionen im Sudan genannt wurden. Laut UNHCR‑Bericht erreichte die weltweite Rückkehr den zweithöchsten Stand, wobei ein Teil der Rückkehrer nicht freiwillig und unter schwierigen Bedingungen zurückkehre.
Geografische Konzentration
Etwa 70 Prozent der von Flucht und Vertreibung betroffenen Personen stammen aus sechs Ländern: Venezuela, Ukraine, Syrien, Afghanistan, Sudan und Südsudan. Fast 70 Prozent der Geflüchteten und Vertriebenen lebten in armen oder mittellosen Ländern, davon 25 Prozent in den ärmsten Ländern der Welt, wie zum Beispiel dem Tschad.
Finanzielle Lage des UNHCR
Das UNHCR befindet sich in einer Finanzkrise. Nach Kürzungen der Beiträge der USA und reduzierter Hilfen europäischer Staaten, darunter Deutschland, standen dem Hilfswerk im Jahr 2024 über ein Drittel weniger Mittel zur Verfügung; 2025 seien die Einschnitte noch größer gewesen. Infolgedessen wurden weltweit 185 Büros geschlossen, ein Drittel des Personals entlassen und zahlreiche Programme eingestellt, sodass 16 Prozent weniger Menschen erreicht wurden.
Auswirkungen auf Hilfsprogramme
Die Kürzungen betreffen unter anderem die Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen in Ägypten und Libanon, Frauenschutzzentren in Konfliktgebieten sowie Rückkehrhilfen. Das UNHCR unterstützt Rückkehrer in Syrien weiterhin mit begrenzter Wohnungshilfe, während soziale Beratungen für Flüchtlinge gestrichen wurden, obwohl sie für die Reintegration wichtig seien.
Parlamentarische Reaktionen
Im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe stellten Abgeordnete verschiedener Fraktionen Fragen zu den Zahlen, den finanziellen Engpässen und den geplanten Maßnahmen. Vertreter des UNHCR erläuterten die aktuelle Lage, wiesen auf die Notwendigkeit zusätzlicher Finanzierung nach der Sudan‑Konferenz hin und betonten die Bedeutung legaler Fluchtwege, darunter Resettlement‑Programme und Arbeitsmobilitäts‑ sowie Bildungsinitiativen.
Ausblick und Empfehlungen
Das UNHCR fordert eine Stärkung von Schutzsystemen entlang von Fluchtrouten, bessere Asylverfahren, ausreichende Ressourcen in Erstaufnahme‑ und Nachbarländern sowie Investitionen in Transitstaaten, um frühzeitig Schutz zu ermöglichen. Die langfristige Entwicklung der Flüchtlingszahlen bleibt abhängig von politischen Entscheidungen und internationalen Finanzierungen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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