Weltweite Unterschiede beim Sterbeort von Demenzpatienten – Ergebnisse eines Scoping Reviews
Ein neuer Scoping Review, der im November 2023 begonnen und im Februar 2025 aktualisiert wurde, hat 48 Studien aus 19 Datenbanken ausgewertet, um den Sterbeort von Menschen mit Demenz zu untersuchen. Die Analyse zeigt erhebliche regionale Unterschiede: In Europa und Nordamerika sterben Demenzpatienten überwiegend in Langzeitpflegeeinrichtungen, während in Ostasien und dem Pazifik medizinische Einrichtungen wie Krankenhäuser dominieren.
Studienmethodik
Die Forscher definierten Einschlusskriterien, die eine Fokussierung auf die Häufigkeit mehrerer Sterbeorte, die Zielgruppe Demenz, die Nutzung administrativer Daten und die Veröffentlichung in peer‑reviewten Primärquellen verlangten. Insgesamt wurden 1590 Treffer im ersten Durchlauf und 660 im Update identifiziert, von denen nach einem mehrstufigen Screening 48 Studien in die Auswertung einflossen.
Ergebnisse: Verteilung des Sterbeorts
Die Ergebnisse belegen eine große Variabilität des Sterbeorts je nach Region und Versorgungssystem. In den untersuchten Hochlohnländern war ein Trend erkennbar, der einen Anstieg von Todesfällen in Langzeitpflegeeinrichtungen und einen Rückgang von Todesfällen in Krankenhäusern und privaten Haushalten dokumentiert.
Regionale Unterschiede
In Europa und Nordamerika wurden Pflegeheime, betreute Wohnformen und ähnliche Einrichtungen als häufigste Sterbeorte genannt. Im Gegensatz dazu verzeichnen Ostasien und der Pazifik eine höhere Prävalenz von Todesfällen in Krankenhäusern, psychiatrischen Einrichtungen und privaten Kliniken.
Sozioökonomische Einflussfaktoren
Die Mehrheit der Studien stammt aus Ländern mit hohem Einkommen, was Fragen zu den Auswirkungen von Servicezugang und sozioökonomischem Status auf den Sterbeort aufwirft. Die Autoren betonen, dass fehlende Daten aus mittleren und niedrigen Einkommensländern die Generalisierbarkeit der Ergebnisse einschränken.
Implikationen für die Versorgung
Die Befunde könnten Entscheidungsträgern helfen, Ressourcen gezielt für die Ausbildung von Personal und den Ausbau von Langzeitpflegeeinrichtungen zu planen. Gleichzeitig wird ein Bedarf an verbesserten Versorgungsmodellen in medizinischen Einrichtungen signalisiert, um den Wunsch nach einem würdevollen Sterben zu unterstützen.
Einschränkungen und Forschungsbedarf
Die Autoren weisen darauf hin, dass die aktuelle Evidenzbasis stark von hochentwickelten Gesundheitssystemen geprägt ist. Weitere Untersuchungen in unterrepräsentierten Regionen seien erforderlich, um ein umfassenderes Bild der Determinanten des Sterbeorts zu erhalten.
Fazit
Der Review verdeutlicht, dass der Sterbeort von Demenzpatienten stark von regionalen Versorgungsstrukturen abhängt und sich im Zuge von Gesundheitspolitik und Demografie wandelt. Eine breitere Datenbasis ist notwendig, um globale Leitlinien für die End‑of‑Life‑Versorgung zu entwickeln.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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