International: WHO‑Afrika-Bericht über PEN‑Plus‑Modell
Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Regionalbüro für Afrika hat einen neuen Bericht veröffentlicht, der zeigt, dass mehr als 170 000 Menschen in 20 afrikanischen Ländern in den letzten drei Jahren Leistungen des PEN‑Plus‑Modells in Anspruch genommen haben. Das Modell richtet sich an Patientinnen und Patienten mit schweren nichtübertragbaren Krankheiten (NCDs) wie Typ‑1‑Diabetes, Sichelzellanämie, rheumatischen und angeborenen Herzfehlern und bietet Screening, Diagnose, Behandlung, Langzeitversorgung und Weiterverweisung.
Ausweitung des Modells und SchulungsmaĂźnahmen
Der Bericht dokumentiert, dass das PEN‑Plus‑Modell in über 120 Bezirkskrankenhäusern implementiert ist und mehr als 1 750 Gesundheitsarbeiter geschult wurden, um schwere NCDs zu behandeln. In Malawi wurden bereits über 440 Gesundheitsarbeiter ausgebildet, wodurch das Modell 55 % der geplanten Bezirke abdeckt. Rwanda hat landesweite Versorgung erreicht, während Äthiopien 2026 ein nationales Operationsprogramm mit 150 Kliniken und etwa 82 000 geplanten Patientinnen und Patienten startet.
Steigende Patientenzahlen
Die Zahlen belegen ein starkes Wachstum: In Uganda stieg die Patienteneinschreibung in PEN‑Plus‑Kliniken um 178 % zwischen Ende 2022 und Anfang 2025. In zehn Ländern, die vom NCDI‑Armut‑Netzwerk unterstützt werden, wuchs die Zahl der eingeschriebenen Patientinnen und Patienten von unter 100 im Jahr 2022 auf fast 7 500 Mitte 2025.
Stärkung der Gesundheitssysteme
Laut Bericht stärkt das PEN‑Plus‑Modell öffentliche Gesundheitssysteme, indem spezialisierte NCD‑Dienste dezentralisiert, die Kapazität des Gesundheitspersonals erweitert und der Zugang zu essenziellen Medikamenten und Diagnostika verbessert wird. Diese Entwicklungen haben das Vertrauen der Bevölkerung in die Versorgung auf Bezirksebene erhöht.
Herausforderungen und zukĂĽnftige Ziele
Trotz Fortschritten bleiben Engpässe bestehen: Fachkräfte, Diagnostika, Medikamente und klinische Leitlinien fehlen in vielen Regionen. Nichtübertragbare Krankheiten machen 37 % aller Todesfälle in der WHO‑Afrikazone aus, und die NCD‑bezogene Sterblichkeit stieg zwischen 2000 und 2019 um 13 Prozentpunkte. Die WHO plant, das PEN‑Plus‑Modell auf weitere zehn Länder auszudehnen, die in‑Land‑Finanzierung zu erhöhen und digitale Lernangebote sowie Telemedizin zu fördern.
Stimmen aus der Region
„Der Fortschritt von PEN‑Plus zeigt, was durch starke politische Verpflichtung, regionale Solidarität und koordinierte Maßnahmen erreicht werden kann“, erklärte Dr. Mohamed Janabi, WHO‑Regionaldirektor für Afrika. James Reid, Programmbeauftragter für Typ‑1‑Diabetes beim Leona‑M‑und‑Harry‑B‑Helmsley‑Stiftungsfonds, betonte: „Es gibt noch viel zu tun, aber das Modell und das Netzwerk dahinter haben bereits bewiesen, dass sie Leben retten können.“
Dieser Bericht basiert auf Informationen von WHO, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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