Hintergrund der US‑Direktive
Die US‑Regierung hat am Montag per Exekutivverfügung die empfohlene Anzahl routinemäßiger Kindervakzinationen von 18 auf 11 reduziert und plant, den Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) in drei Einzelimpfungen aufzuteilen. Ziel sei, die Impfstoffforschung zu stärken und Eltern mehr Wahlmöglichkeiten zu geben, wobei staatliche Vorgaben zu elterlicher Autorität, religiöser Freiheit und Gleichschutz berücksichtigt werden sollen.
Reaktion der WHO
Der WHO‑Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus äußerte am Mittwoch Bedenken und betonte die Bedeutung von Impfungen für die öffentliche Gesundheit. Er wies darauf hin, dass „jeder Elternteil das Wohl seiner Kinder schützen will und Impfungen zu den wirksamsten Werkzeugen dafür gehören“.
Wissenschaftliche Bewertung
Nach Angaben der WHO entspreche die aktuelle Evidenz eindeutig: Impfstoffe, einschließlich des MMR‑Impfstoffs, seien sicher und verursachten keine Autismus‑Erkrankungen. Eine unnötige Verzögerung oder Aufspaltung von Impfungen könne hingegen Kinder ungeschützt lassen.
Aufruf zu evidenzbasierter Politik
Tedros betonte, dass Impfpolitik auf einer rigorosen, unabhängigen und transparenten Prüfung der besten verfügbaren Wissenschaft beruhen solle und nicht von politischem Einfluss gelenkt werde. Die WHO werde weiterhin globale Daten auswerten und Mitgliedstaaten bei der Festlegung optimaler Impfpläne unterstützen.
Ausblick
Die WHO kündigte an, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und bei Bedarf neue Leitlinien zu veröffentlichen, um sicherzustellen, dass Impfprogramme weltweit den höchsten Schutzstandard bieten.
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