Aktuelle Fallzahlen
Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo zeigt laut WHO-Chef erste Anzeichen einer Eindämmung, wobei jedoch erhebliche Hürden bestehen. Nach Angaben der WHO wurden bislang 344 Fälle bestätigt, davon 60 Todesfälle. Die Zahl der Verdachtsfälle ist von über 1.000 in der Vorwoche auf 116 gesunken, weil Teams den Rückstand bei der Testung aufarbeiten.
Ausbreitung in Nachbarländern
Die Situation erstreckt sich über die Grenze nach Uganda, wo bislang 15 bestätigte Fälle und ein Todesfall gemeldet wurden, darunter ein kongolesischer Staatsbürger, der aus den Vereinigten Arabischen Emiraten eingereist war. Ein in der DR Kongo infizierter US-Bürger erhält derzeit Behandlung in Deutschland. Die Risikobewertung der WHO bleibt unverändert: sehr hoch auf nationaler Ebene, hoch regional und niedrig global.
Operative Herausforderungen
Der WHO-Chef betonte, dass der Ausbau von Labor- und Diagnostikkapazitäten oberste Priorität habe, um die Reaktionszeit zu verkürzen. Die Kontaktverfolgung sei wegen Unsicherheit, Vertreibung und Bevölkerungsbewegungen besonders schwierig. Der aktuelle Nachverfolgungsgrad liege bei etwa 45 %, er müsse jedoch über 90 % steigen, um die Ausbreitung effektiv zu bremsen. Zudem fordere die WHO die Aufhebung von generellen Reisebeschränkungen, die Lieferketten behindern, und empfehle Exit‑Screenings an Flughäfen, Seehäfen und Grenzübergängen.
Vertrauensaufbau in der Bevölkerung
Ein zentrales Hindernis sei das Misstrauen der lokalen Bevölkerung, das die Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten erschwere. Einige Gemeindeführer äußerten die Ansicht, Ebola sei nicht real. Der WHO-Chef unterstrich, dass das Überwinden von Misstrauen ebenso wichtig sei wie medizinische Maßnahmen, weil nur so Betroffene frühzeitig in Kliniken gehen würden.
Empfehlungen der WHO
Obwohl derzeit keine zugelassenen Impfstoffe oder Therapeutika gegen den Bundibugyo-Stamm existieren, arbeite die WHO gemeinsam mit Partnern an klinischen Studien. Ein zweites Treffen des nach COVID‑19 geschaffenen medizinischen Netzwerks wurde einberufen, um Diagnostik zu stärken und Investitionen zu beschleunigen. Die WHO betonte, dass Führung, Eigenverantwortung, Partnerschaft und Vertrauen die Schlüssel zur Beendigung des Ausbruchs seien.
Zukünftige Perspektiven
Der WHO-Chef verwies darauf, dass die DR Kongo bereits 16 frühere Ebola‑Ausbrüche erlebt habe. Der Erfolg werde daran gemessen, zukünftige Wiederholungen zu verhindern und gleichzeitig andere Gesundheitsprobleme wie Malaria, Unterernährung oder HIV zu adressieren. Er bekräftigte das langfristige Engagement der WHO und ihrer Partner, die Gesundheits- und humanitären Dienste vor Ort auszubauen, sobald der aktuelle Ausbruch beendet sei.Dieser Bericht basiert auf Informationen von United Nations, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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