Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat berichtet, dass Kenia und Ruanda einen wichtigen Meilenstein im Kampf gegen antimikrobielle Resistenz (AMR) erreicht haben, indem sie ihre Fähigkeit zur Erfassung und Analyse von Widerstandsdaten deutlich verbessert haben. Die Länder können nun genauer nachverfolgen, wo resistente Infektionen auftreten und wie sie sich ausbreiten.
AMR erschwert die Behandlung von Infektionen, erhöht das Risiko von Ausbrüchen, schweren Verläufen und Todesfällen und belastet Gesundheitssysteme weltweit. Eine wirksame Überwachung ist deshalb entscheidend, um die geografischen Hotspots zu identifizieren, die Entwicklung von Resistenzen zu beobachten und geeignete Gegenmaßnahmen zu planen.
Erweiterte Überwachungssysteme
Ein zentraler Fortschritt ist die Umstellung auf die Meldung von Einzeldaten im Rahmen des WHO‑Global Antimicrobial Resistance and Use Surveillance System (GLASS). Durch die Erfassung individueller Patientendaten können Behörden fundiertere Entscheidungen zu Therapie, Prävention und Antimicrobial Stewardship treffen.
Kenas landesweite Netzwerkentwicklung
Kenia hat seit dem Start mit zwei Modell‑Überwachungsstandorten im Jahr 2017 ein flächendeckendes Netzwerk von 32 Standorten in 27 Landkreisen aufgebaut. Zwischen 2021 und 2025 wurden mehr als 100 000 AMR‑Datensätze gesammelt, davon 9 039 im Jahr 2025 an GLASS übermittelt. Die Einführung einer zentralen Datenplattform ermöglicht die Integration von Resistenz‑, Nutzungs‑ und Verbrauchsdaten.
Rwandas partnerschaftlicher Ansatz
Rwanda meldete erstmals 2023 Daten an GLASS und berichtete 2025 sowohl aggregierte als auch Einzeldaten von vier großen Referenzkrankenhäusern. Die Umsetzung wurde durch das Gesundheitsministerium, das Rwanda Biomedical Centre und technische Partner wie WHO Headquarters unterstützt. Standardisierte Werkzeuge wie BacLink und WHONET wurden eingesetzt.
Herausforderungen bei der Datenumstellung
Beide Länder stießen auf Hindernisse: Kenia musste Probleme mit der Interoperabilität von Laborinformationssystemen, fehlenden Patientendaten und Datenschutzbedenken lösen; Rwanda sah sich mit manueller Datenerfassung, begrenzten Personalressourcen und fehlender Systemvernetzung konfrontiert. Durch strukturierte Planung, Qualitätskontrollen und internationale Zusammenarbeit konnten diese Hürden jedoch überwunden werden.
Weiterführende WHO‑Unterstützung
Die WHO‑Regionalbüro für Afrika setzt die technische Begleitung, Kapazitätsaufbau und Peer‑Learning‑Programme fort, um weitere Länder beim Übergang zu detaillierten GLASS‑Meldungen zu unterstützen. Die Erfahrungen aus Kenia und Rwanda zeigen, dass verbesserte Daten die Grundlage für wirksame Gesundheitsstrategien gegen AMR bilden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von World Health Organization, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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