Am 28. Juli 2026 erinnerte der WHO-Regionaldirektor für Afrika, Dr. Mohamed Janabi, anlässlich des Welt-Hepatitis‑Tages daran, dass trotz eines Rückgangs der Neuinfektionen mit Hepatitis B um 25 % zwischen 2015 und 2024 immer noch Millionen Menschen im afrikanischen Raum keinen rechtzeitigen Zugang zu Diagnose, Behandlung und Pflege haben.
VerfĂĽgbare Werkzeuge
Der Direktor verwies darauf, dass ein hochwirksamer Hepatitis‑B‑Impfstoff, der seit den frühen 1990er‑Jahren eingesetzt wird, bis zu 95 % Schutz bietet. Zusätzlich existieren zuverlässige Diagnostika für die Früherkennung, kurative Therapien für Hepatitis C sowie eine lebenslange Therapie für Hepatitis B, die Zirrhose und Leberkrebs vorbeugen kann.
Integration in die Primärversorgung
Er betonte, dass die Einbindung von Prävention, Testung und Behandlung in die primäre Gesundheitsversorgung die Erreichbarkeit und Erschwinglichkeit der Leistungen erhöhen und langfristig die Belastung der Gesundheitssysteme reduzieren würde.
Politische Verantwortung und Finanzierung
Laut Janabi liegt die Herausforderung nicht mehr in der Wissenschaft, sondern in der Mobilisierung politischer Willenskraft, der Sicherstellung ausreichender Investitionen und der gerechten Verteilung der vorhandenen Werkzeuge.
Bisherige Erfolge
Die afrikanische Region habe bereits Fortschritte erzielt, etwa durch die flächendeckende Einführung der Hepatitis‑B‑Geburtenimpfung, die gleichzeitige Bekämpfung von Mutter‑zu‑Kind‑Übertragung von HIV, Syphilis und Hepatitis B sowie die Entwicklung von Strategien zur Eliminierung von Hepatitis C.
Fortbestehende LĂĽcken
Trotz dieser Erfolge bleiben viele Menschen unentdeckt, weil Diagnosen oft erst bei fortgeschrittener Leberschädigung gestellt werden. Ungleiche Zugänge, insbesondere in benachteiligten Gemeinschaften, sowie Stigmatisierung und mangelndes Bewusstsein erschweren die Inanspruchnahme von Leistungen.
Appell an die Mitgliedsstaaten
Der WHO-Regionaldirektor forderte die 47 Mitgliedsstaaten auf, nationale Hepatitis‑Programme zu stärken, den Impfstoff‑ und Testzugang auszubauen und die Gemeinschaften stärker in die Eliminierungsbemühungen einzubinden.
Appell an Partnerorganisationen
Er rief zudem die internationalen Partner dazu auf, technische und finanzielle UnterstĂĽtzung fortzusetzen, um die Erreichung der Eliminierungsziele bis 2030 zu beschleunigen.
Verpflichtung der WHO
Abschließend versicherte die WHO, weiterhin eng mit allen Mitgliedsstaaten zusammenzuarbeiten, um Gesundheitssysteme zu stärken, den gleichberechtigten Zugang zu Hepatitis‑Leistungen zu sichern und länderspezifische Aktionen zu unterstützen.
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