International: Stärkung des Schutzes und der Rechenschaftspflicht bei sexueller Ausbeutung und Missbrauch in Benues Lagern
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das nigerianische Bundesministerium für Gesundheit und Soziales haben ein gemeinsames Programm gestartet, das den Schutz von Binnenvertriebenen in den Lagern des Bundesstaates Benue verbessern soll. Ziel sei es, sexuelle Ausbeutung, Missbrauch und Belästigung zu verhindern und sichere Meldewege zu etablieren.
Hintergrund und Zielsetzung
In den Lagern von Benue besteht ein erhöhtes Risiko für Frauen, Mädchen und andere vulnerable Gruppen, Opfer von sexueller Gewalt zu werden. Das Projekt reiht sich in die nationale Gender‑in‑Health‑Policy 2025 sowie in breitere humanitäre Bemühungen ein, die darauf abzielen, geschlechtsspezifische Gewalt zu reduzieren und die Verantwortlichkeit gegenüber betroffenen Personen zu stärken.
Umsetzung und Schulungen
Gemeinsam mit der WHO haben das Bundesministerium und die Landesregierung von Benue 18 Vertreter der Zivilgesellschaft in den Bereichen Prävention und Reaktion auf sexuelle Ausbeutung, Missbrauch und Belästigung geschult. Zusätzlich wurden Gesundheitspersonal aus überweisenden Einrichtungen darin unterwiesen, opferzentrierte, vertrauliche und respektvolle Versorgung zu leisten. Die Finanzierung stammt aus dem Vereinigten Königreichs Foreign, Commonwealth and Development Office.
Reichweite und Wirkung
Nach Abschluss der Schulungen kehrten die Teilnehmenden in ihre Gemeinschaften zurück und arbeiteten mit Lagerleitern, Frauengruppen und Jugendvertretern zusammen. In fünf Lagern wurden mehr als 20 000 Binnenvertriebene erreicht, darunter etwa 12 000 Frauen und Mädchen sowie 5 000 Männer und Jungen. Die Kenntnis von Meldekanälen stieg von 39 % auf 57 %, und über 2 000 Meldungen wurden im Jahr 2024 dokumentiert. Sechzig geschulte Gemeinschafts‑Fokalpersonen fungieren nun als vertrauenswürdige Bindeglieder zwischen Bewohnern und Unterstützungsangeboten.
Stimmen aus der Gemeinschaft
„Wir hatten Angst zu sprechen“, berichtet ein Bewohner des Mega‑Lagers. „Jetzt wissen wir, wohin wir gehen können, und informieren andere.“ Ein 16‑jähriger Jugendlicher aus dem International‑Market‑Lager ergänzt: „Ich erzähle meinen Freunden, was ich gelernt habe.“ Ein Vertreter der Zivilgesellschaft, Joshua Labe, betont: „Früher wurde das Thema stillschweigend behandelt, heute stellen Menschen Fragen und suchen Hilfe.“
Ausblick
Die Verantwortlichen sehen die Initiative als Modell für weitere Lager im Land. Durch die Verknüpfung von Schulungen, systemischen Verbesserungen und Community‑Engagement soll langfristig ein Umfeld entstehen, in dem Betroffene schnell und sicher Unterstützung erhalten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von WHO, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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