International: WHO unterstützt Kenia beim Ausbau der psychischen Versorgung von Müttern
Globale Ausgangslage
Weltweit erleidet jede fünfte Mutter während Schwangerschaft oder im ersten Jahr nach der Geburt eine psychische Erkrankung; bis zu 20 % der Betroffenen denken an Suizid oder begehen Selbstverletzungen. In Kenia bleiben diese Belastungen häufig unerkannt und unbehandelt.
Politischer Rahmen in Kenia
Die kenianische Mental Health Policy 2015‑2030 sowie das Investment Case für reproduktive, mütterliche, kindliche und jugendliche Gesundheit (RMNCAH‑N) erkennen die psychische Gesundheit von Müttern als zentrale Komponente für bessere Gesundheits‑ und Wohlergehensresultate von Familien an.
Ausbildung von Fachkräften
Das kenianische Gesundheitsministerium hat gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 37 Fachkräfte aus neun Landkreisen zu Trainer‑Trainer*innen des WHO‑Programms mhGAP (Mental Health Gap Action Programme) ausgebildet. Ziel ist, die Kompetenz von Erstversorgern zu stärken, psychische Störungen zu erkennen, zu beurteilen und zu behandeln.
Stellungnahmen von Verantwortlichen
„Die psychische Gesundheit einer Mutter ist keine Luxusleistung, sondern Voraussetzung für gesunde Familien und florierende Gesellschaften“, betont Dr. Neema Rusibamayila Kimambo, WHO‑Vertreter a.i. für Kenia. Dr. Mercy Karanja, Leiterin der Abteilung für psychische Gesundheit im Gesundheitsministerium, fügte hinzu: „Jeder Kontakt mit dem Gesundheitssystem, von der Schwangerschaft bis zur frühen Kindheit, sollte genutzt werden, um psychische Bedürfnisse zu identifizieren und zu unterstützen.“
Regionale Herausforderungen
In Migori berichtet Faith Osiany, stellvertretende Koordinatorin für jugendliche Gesundheit, von stillen Kämpfen junger Mütter. In Kajiado weist Mental‑Health‑Koordinator Timothy Tinini auf ökonomische Belastungen durch klimabedingte Schocks hin, die zusätzlichen Stress erzeugen. In Garissa weist Nurta Omar auf anhaltende Stigmatisierung und kulturelle Überzeugungen hin, die den Zugang zu Versorgung verzögern.
Weitergabe und erwartete Wirkung
Die ausgebildeten Trainer sollen ihr Wissen an weitere Gesundheitsmitarbeiter in ihren Landkreisen weitergeben und so die Reichweite des Angebots erhöhen. Dr. Makeba Shiroya, technische Beauftragte für Kinder‑ und Jugendgesundheit bei WHO Kenia, erklärt: „Durch das mhGAP‑Leitfaden‑Programm erhalten Erstversorger die Werkzeuge, um psychische Unterstützung zu bieten und bei Bedarf an Spezialisten zu verweisen.“
Ausblick
Durch die Integration psychischer Versorgung in bestehende Gesundheitsdienste soll die Behandlungslücke geschlossen und ein Beitrag zur universellen Gesundheitsversorgung geleistet werden. Der Ansatz zielt darauf ab, frühzeitige Unterstützung zu ermöglichen und langfristig bessere Ergebnisse für Mütter und ihre Kinder zu erzielen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Weltgesundheitsorganisation, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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