Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Partner haben das Projekt Bokk Naa Cii in Senegal unterstützt, um den Zugang zu Hilfstechnologien deutlich zu erweitern. Bislang profitieren fast 30 000 Menschen von den angebotenen Leistungen, darunter 7 000 mit erhaltenen Geräten, wobei ein Schwerpunkt auf Frauen und Kindern liegt.
Hintergrund und Bedarf
Eine nationale Erhebung von 2021 ergab, dass 62,6 % der Personen, die Hilfstechnologien benötigen, keinen Zugang dazu haben. Hauptgründe sind die Kosten, geografische Ungleichheiten und Stigmatisierung. Ohne geeignete Hilfsmittel drohen langfristige Ausgrenzungen, insbesondere im Bildungs- und Arbeitsbereich.
Projekt Bokk Naa Cii
Im Jahr 2023 wurde das Projekt Bokk Naa Cii („Ich gehöre dazu“ in Wolof) mit Unterstützung von WHO, ATscale und UNICEF gestartet. Ziel ist die Erweiterung des Zugangs zu Prothesen, Orthesen, Rollstühlen, Brillen und Hörgeräten sowie die Stärkung des politischen und institutionellen Rahmens für Rehabilitation.
Erreichte Zahlen
Bisher wurden 731 Rollstühle, 1 639 Orthesen, 1 385 Brillen und 85 Hörgeräte verteilt. Zudem wurden 19 924 Personen im Bereich Augenheilkunde gescreent. Auf nationaler Ebene wurden 61 Rehabilitationsfachkräfte geschult und 13 Zentren sowie fünf optische Einheiten erhalten fortlaufende Unterstützung. Die Investitionen umfassen zunächst US$ 110 000 für orthopädische Ausrüstung im Rahmen eines Gesamtbudgets von über US$ 450 000.
Einzelbeispiel: Boubacar Barry
Der 15‑jährige Boubacar Barry erhielt nach einem Schlangenbiss, der zum Verlust seines Beins führte, eine Prothese im Rahmen des Projekts. Vor der Versorgung war er lange Zeit von Schule und sozialer Teilhabe ausgeschlossen. Nach der Versorgung kehrte er in die Schule zurück und beschreibt seine neue Situation als „glücklich, wieder zur Schule zu gehen“.
Aussagen von Verantwortlichen
Dr. Seydina Ousmane Ba, Direktor des Nationalen Orthopädischen Gerätezentrums, betont, dass jedes Kind das Recht auf Hoffnung habe. Dr. Michel Yao, WHO‑Vertreter in Senegal, erklärt, dass das Ziel sei, Hilfstechnologien nicht mehr als Luxus, sondern als wirksames Recht für alle Bedürftigen zu etablieren.
Ausblick und Nachhaltigkeit
Die WHO sieht die langfristige Sicherstellung des Zugangs zu Hilfstechnologien als zentrale Aufgabe. Geplant ist, bis 2028 insgesamt 50 000 Menschen zu erreichen und die lokalen Kapazitäten weiter zu stärken, um eine nachhaltige Versorgung zu gewährleisten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von World Health Organization, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
Ende der Ăśbertragung