International: WHO verknüpft Nigerias Gesundheitsprioritäten mit globaler Aktion
In Abuja trafen sich kürzlich über 60 Vertreter aus 35 diplomatischen Missionen, UN‑Agenturen, Entwicklungspartnern und Medienorganisationen zum zweiten Health Diplomacy Dialogue, den die World Health Organization (WHO) in Nigeria veranstaltete. Ziel des Treffens war, Nigerias gesundheitliche Prioritäten stärker in regionale und globale Entscheidungsprozesse einzubinden und die Zusammenarbeit für national geführte Gesundheitsprogramme zu intensivieren.
Stärkung von Prävention und Reaktionsfähigkeit
Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der Verbesserung der Vorbereitungs‑ und Reaktionskapazitäten des Landes gegenüber Krankheitsausbrüchen, humanitären Notlagen und weiteren öffentlichen Gesundheitsgefahren. Die Teilnehmenden diskutierten, wie das Gesundheitsreformprogramm der nigerianischen Regierung – insbesondere die Nigeria Health Sector Renewal Investment Initiative und der Sector‑Wide Approach – nationale Führung, Koordination und Investitionsausrichtung stärken soll.
Unterstützung durch die WHO im vergangenen Jahr
Die WHO berichtete, dass sie im zurückliegenden Jahr die Regierung bei der Stärkung von Krankheitsüberwachung, Ausbruchsvorbereitung, Impfprogrammen, Laborsystemen und Notfallkapazitäten unterstützt habe. Im Rahmen der Ebola‑Vorsorge stelle die WHO technische Beratung bereit und organisiere die Anlieferung von persönlicher Schutzausrüstung sowie Labormaterialien, um die Einsatzbereitschaft zu erhöhen.
Gesundheitliche Diplomatie als Bindeglied
Dr. Pavel Ursu, WHO‑Vertreter in Nigeria, betonte, dass Gesundheitspolitik nicht nur Informationsaustausch bedeute, sondern die Verknüpfung nationaler Prioritäten mit regionalen und globalen Prozessen ermögliche. „Health diplomacy ist nicht nur das Teilen von Informationen, sondern das Verbinden von nationalen Prioritäten mit regionalen und globalen Prozessen und das Nutzen unserer kollektiven Stimme, um Dialog in konkrete Maßnahmen zu übersetzen, die die Gesundheit der Menschen verbessern“, erklärte Ursu.
Beitrag der diplomatischen Missionen
Vertreter der diplomatischen Missionen sahen in dem Dialog eine Chance, Perspektiven auszutauschen und engere Zusammenarbeit zu fördern. Maricel Romero, Honorarkonsul von Kolumbien in Nigeria, verwies darauf, dass die COVID‑19‑Pandemie gezeigt habe, warum Länder proaktiv zusammenarbeiten müssen. Massimo De Luca, Leiter der Zusammenarbeit der Europäischen Union Delegation in Nigeria, unterstrich die Notwendigkeit, Investitionen in Impfungen, Wasser‑ und Sanitärversorgung sowie die Stärkung von Gesundheitssystemen fortzusetzen.
Fokus auf antimikrobielle Resistenz
Ein weiterer Schwerpunkt war die antimikrobielle Resistenz (AMR). Schätzungen zufolge verursache AMR jährlich mehr als eine Million Todesfälle in Afrika; globale Projektionen gehen von bis zu 39 Millionen Todesfällen zwischen 2025 und 2050 aus, falls keine wirksamen Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Nigeria wird im Dezember 2026 Gastgeber der 5. hochrangigen Ministerialkonferenz zu AMR sein, bei der politische Führungskräfte, Fachleute und private Akteure zusammenkommen sollen, um globale Aktionen zu beschleunigen.
Ausblick und weitere Schritte
Die Teilnehmenden einigten sich darauf, die Einbindung der diplomatischen Gemeinschaft zu vertiefen, nationale Reformen zu unterstützen, die Vorbereitung auf Gesundheitsnotlagen zu stärken und die Maßnahmen gegen AMR vor der Ministerialkonferenz zu beschleunigen. Die WHO kündigte an, den Health Diplomacy Dialogue als Plattform für strategische Engagements fortzuführen, um sicherzustellen, dass Nigerias Prioritäten in regionalen und globalen Diskussionen berücksichtigt werden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von World Health Organization, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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