Die humanitäre Lage im Jemen verschärft sich weiter, da erneute Kämpfe zwischen von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen und von Iran unterstützten Huthi-Rebellen zu massiven Vertreibungen und steigenden Gesundheitsbedarfen führen. Laut Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind mehr als 200.000 Menschen innerhalb des Landes vertrieben worden, während fast 3.800 Personen nach Dschibuti geflohen sind.
Finanzbedarf der WHO
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihren unmittelbaren Finanzbedarf von 9 Millionen US-Dollar auf 31 Millionen US-Dollar erhöht. Zusätzlich werden 700 000 US-Dollar benötigt, um die medizinische Versorgung von Flüchtlingen in Dschibuti sicherzustellen. Dr. Syed Jaffar Hussain, WHO-Vertreter im Jemen, betonte, dass die Situation zu einem komplexen Notfall werde, weil die vorhandenen Ressourcen bereits stark belastet seien.
Auswirkungen auf Gesundheitsdienste
In den von Kämpfen betroffenen Gouvernements fehlt fast die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen an Partnerunterstützung, insbesondere im Bereich der Traumaversorgung und der ambulanten Versorgung. Ohne Partner können die Traumaversorgungsstellen an der Küste von Lahj und in Al‑Dhale nicht betrieben werden, was die Behandlung schwer verletzter Personen gefährdet.
Versorgungsengpässe und Krankheitsausbrüche
Krankenhäuser melden Engpässe bei chirurgischen Materialien, Anästhetika, Blutbankprodukten und Treibstoff. Gleichzeitig steigen die Fälle von Cholera, Dengue, Malaria und Masern. In den letzten drei Wochen haben sich die Cholera‑Fälle verdreifacht, während über 22 000 Verdachtsfälle von Masern und 128 Todesfälle gemeldet wurden. Die anstehende El‑Niño‑Phase könnte diese Ausbrüche weiter verschärfen.
Betroffene Bevölkerungsgruppen
Von den rund 198 000 Vertriebenen haben weniger als ein Prozent in der vergangenen Woche medizinische Leistungen erhalten. Die Kombination aus fehlender Versorgung, Krankheiten und wachsender Unterernährung stellt eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit der betroffenen Bevölkerung dar.
Ausblick und Handlungsbedarf
Die WHO plant, die Traumaversorgung, die Reaktion auf Krankheitsausbrüche und die Grundversorgung, einschließlich Mutter‑ und Neugeborenenpflege, auszubauen. Ohne zusätzliche Finanzierung wird die Lücke zwischen vorhandenen Diensten und dem Bedarf jedoch weiter zunehmen.
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