International: WHO warnt vor rascher Ausbreitung von Ebola in der DR Kongo
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in einer Pressekonferenz in Genf mitgeteilt, dass die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo schneller wächst als die Reaktionskapazität der Hilfsorganisationen. Nach Angaben von WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus gibt es derzeit 1,094 bestätigte Fälle und 277 Todesfälle.
Ausweitung der Fallzahlen
Die Zahl der bestätigten Fälle in der DR Kongo ist seit dem ersten Bericht vor fünf Wochen stark angestiegen. Neben den 1,094 Fällen im Land wurden in benachbarten Uganda 20 Fälle mit zwei Todesfällen gemeldet, was die grenzüberschreitende Gefahr verdeutlicht.
Erweiterte Behandlungskapazität
Der WHO-Generaldirektor betonte, dass die Behandlungskapazität von weniger als zehn Betten auf über 500 Betten in 19 Gesundheitszentren ausgeweitet wurde. Die Laborkapazität stieg von 30 Tests pro Tag in Kinshasa auf mehr als 2,000 Tests pro Tag in neun Laboren in drei Provinzen.
Erprobung neuer Therapien
Ein klinischer Versuch soll in der kommenden Woche in der DR Kongo starten, um die Wirksamkeit der antiviralen Substanzen MBP134 und Remdesivir gegen das Virus zu prüfen. Laut WHO-Vertreter soll die Studie den betroffenen Gemeinden erklärt werden und im Erfolgsfall ein breiterer Zugang zu den Medikamenten geschaffen werden.
Gefährdung von Einsatzkräften
Ein Mitarbeiter der medizinischen Nichtregierungsorganisation ALIMA, der nach Rückkehr nach Frankreich kam, testete positiv auf Ebola. Insgesamt wurden etwa 80 Gesundheitsmitarbeiter infiziert. Die WHO forderte verstärkte Schutzmaßnahmen, einschließlich besserer Risikokommunikation und Evakuierungspläne.
Humanitäre und logistische Hindernisse
Die Behörde wies auf anhaltende Hindernisse bei der Kontaktverfolgung, überlastete Behandlungszentren, schwierige Bestattungspraktiken und Grenzschließungen hin. Wiederholte Sicherheitsvorfälle erschweren den Zugang zu betroffenen Gebieten und erschweren die Durchführung von Hilfsmaßnahmen.
Finanzierung und internationale Unterstützung
Gemeinsam mit den Afrikanischen Zentren für Krankheitskontrolle (Africa CDC) hat die WHO einen Plan zur Beschaffung von 518 Millionen US‑Dollar vorgestellt, um die Reaktion zu verstärken. Weitere Finanzierungsdetails sollen in der kommenden Woche veröffentlicht werden.
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