UN: WHO warnt vor Stagnation bei HIV, Hepatitis und STI
Ein neuer WHO‑Bericht zeigt, dass die Fortschritte der letzten Dekade im Kampf gegen HIV, virale Hepatitis und sexuell übertragbare Infektionen (STI) durch sinkende Finanzmittel, humanitäre Krisen und anhaltende Ungleichheiten gefährdet sind. Der Bericht warnt, dass Millionen von Patienten ohne lebensrettende Prävention, Diagnostik und Therapie bleiben könnten.
HIV‑Situation
Bis Ende 2025 erhalten rund 32 Millionen Patienten mit HIV weltweit eine Therapie. Seit 2010 sind die Neuinfektionen um 42 % und die AIDS‑bedingten Todesfälle um 57 % gesunken. Dennoch fehlt etwa neun Millionen Patienten der Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten, und in mehreren Regionen steigen die Infektionszahlen, besonders unter Personen, die Diskriminierung erfahren.
Hepatitis‑Lage
Die jährlichen Hepatitis‑B‑Infektionen sind seit 2015 um fast ein Drittel zurückgegangen, und die durch Hepatitis C verursachten Todesfälle haben ebenfalls abgenommen. Trotz dieser Verbesserungen bleibt Hepatitis eine der tödlichsten Infektionskrankheiten, mit geschätzten 1,3 Millionen Todesfällen im Jahr 2024.
STI‑Trends
Die Screening‑Raten für Syphilis bei Schwangeren und die HPV‑Impfungsabdeckung haben sich leicht verbessert, doch die Infektionsraten für viele STI steigen weiter. Gleichzeitig nimmt die Resistenz gegen Antibiotika, die zur Behandlung von Gonorrhö eingesetzt werden, zu.
Finanzierungsdruck
Reduzierte Mittel internationaler Geber haben im Jahr 2025 HIV‑Präventionsprogramme in mehreren Ländern beeinträchtigt, insbesondere den Zugang zu Prä‑expositions‑Prophylaxe (PrEP). Einige Regierungen haben Lücken geschlossen, doch erste Daten zeigen einen Rückgang der PrEP‑Nutzung. Die WHO weist zudem auf anhaltende Hürden bei der Diagnose und Behandlung von Hepatitis B hin, obwohl wirksame Medikamente verfügbar sind.
Integration und Innovation
Die WHO empfiehlt, HIV‑, Hepatitis‑ und STI‑Dienste in die Primärversorgung zu integrieren, um den Zugang zu erweitern und die Resilienz der Gesundheitssysteme zu stärken. Zu den hervorgehobenen Innovationen zählen langwirksame HIV‑Präventionsmittel wie das zweimal‑jährlich injizierbare Lenacapavir, das bereits in zehn Ländern eingeführt wurde und in weiteren vierzehn Ländern geplant ist, sowie verbesserte Diagnostik‑Tools und digitale Gesundheitssysteme.
Aussagen von Führungskräften
„Lenacapavir ist ein hochwirksames HIV‑Präventionsmittel. Durch die zweimal‑jährliche Injektion kann es die HIV‑Antwort transformieren, besonders für die am stärksten gefährdeten Gruppen“, erklärte Mandeep Dhaliwal, Direktor des Prosperity‑ und Well‑being‑Hub beim UN‑Entwicklungsprogramm. WHO‑Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte: „Wir müssen integrierte, resiliente Gesundheitssysteme aufbauen, die die am stärksten Benachteiligten erreichen.“
Ausblick
Die WHO fordert verstärkte finanzielle Unterstützung, die Einbindung von Gemeinschaften in die Programmgestaltung und die konsequente Umsetzung integrierter Versorgungsmodelle, um die Gefahr eines Rückschritts zu verhindern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von United Nations, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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