Eine aktuelle Studie quantifiziert das Potenzial bereits zugelassener Wirkstoffe als Sofortmaßnahme bei Bissen von Bothrops-Schlangen, die jährlich weltweit mehr als 100.000 Todesopfer und rund 400.000 langfristige Gesundheitsschäden verursachen.
Hintergrund
Die herkömmliche Therapie stützt sich auf Antivenine, deren Wirksamkeit, Sicherheit und Kosten häufig eingeschränkt sind. Deshalb suchen Wissenschaftler nach alternativen Strategien, die schneller verfügbar und kostengünstiger sein könnten.
Methodik
Forscher testeten mehrere bereits zugelassene Medikamente – darunter die Metalloproteinase‑Hemmer Marimastat und Dimercaptopropansulfonsäure (DMPS) sowie den Phospholipase‑Hemmer Varespladib – in enzymatischen und phenotypischen Assays gegen verschiedene Bothrops‑Arten aus Mittel- und Südamerika.
Ergebnisse zu Metalloproteinase‑Inhibitoren
Die Metalloproteinase‑Inhibitoren Marimastat und DMPS neutralisierten in enzymatischen Tests die Aktivität aller getesteten Gifte und reduzierten in phenotypischen Assays die gerinnungsfördernden und blutungsfördernden Effekte signifikant.
Ergebnisse zu Phospholipase‑Inhibitor und Serinprotease‑Inhibitor
Varespladib zeigte eine pan‑spezies Wirksamkeit gegen Phospholipase‑A2‑Enzyme, während der Serinprotease‑Hemmer Nafamostat nur bei einigen Giften aktiv war und damit variable Resultate lieferte.
Implikationen für die Behandlung
Die Resultate deuten darauf hin, dass die getesteten Wiederverwendungs‑Medikamente als frühzeitige Interventionen bei Bothrops‑Envenomungen eingesetzt werden könnten, insbesondere in Regionen mit begrenztem Zugang zu Antiveninen.
Ausblick
Die Autoren fordern weiterführende präklinische und klinische Studien, um die Sicherheit und Wirksamkeit dieser Medikamente im realen Einsatz zu bestätigen und mögliche Zulassungs
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