Forscher des norwegischen NILU haben anhand von Daten des Copernicus‑Satelliten Sentinel‑5P und Informationen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) nachgewiesen, dass ein Großteil der weltweit größten Städte zwischen 2019 und 2024 wirtschaftlich wuchs, während die Emissionen des Luftschadstoffs Stickstoffdioxid (NO₂) zurückgingen. Die Analyse umfasste 2475 städtische Agglomerationen, von denen fast 80 % höhere Wohlstandsniveaus bei gleichzeitig saubererer Luft erreichten.
Methodik und Datenbasis
Die Wissenschaftler nutzten NO₂‑Messungen des Sentinel‑5P‑Sensors für den Zeitraum von Januar 2019 bis Dezember 2024 und setzten diese in Relation zu BIP‑Pro‑Kopf‑Daten der jeweiligen Städte. Da NO₂ primär durch Verbrennungsprozesse in Fahrzeugen, Kraftwerken und Industrie entsteht, gilt es als Indikator für den Einsatz fossiler Energieträger.
Globale Ergebnisse
Durch den kombinierten Ansatz konnten fast 2000 der untersuchten 2475 Städte als „grün‑und‑reich“ klassifiziert werden, das heißt, sie haben durch umweltpolitische Maßnahmen wirtschaftlichen Aufschwung erzielt und gleichzeitig ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert.
Regionale Fallbeispiele
In China fielen 719 Städte, darunter Beijing, Shanghai und Chengdu, in die Kategorie „sauber‑und‑wohlhabend“, was laut Forschern auf strengere Emissionsstandards, die Elektrifizierung des öffentlichen Nahverkehrs und die Verlagerung stark verschmutzender Industrien zurückzuführen ist. In Europa zeigten Städte wie Paris, Berlin, Rom und Amsterdam ähnliche Entwicklungen, unterstützt durch Niedrig‑Emissions‑Zonen und Programme für saubere Energie.
Herausforderungen und Grenzen
Gegenüberliegende Trends wurden in Teilen Südasiens und des Nahen Ostens beobachtet, wo 390 Städte – etwa Moskau, Taschkent, Izmir, Riad und Abu Dhabi – trotz Wirtschaftswachstums steigende NO₂‑Werte aufwiesen. Die Autoren weisen zudem auf Unsicherheiten hin, darunter ungleiche Datenqualität, ein Untersuchungszeitraum von nur sechs Jahren, der die COVID‑19‑Pandemie einschließt, sowie die Tatsache, dass NO₂‑Veränderungen nicht automatisch Rückschlüsse auf CO₂‑Emissionen zulassen.
Bedeutung fĂĽr Politik und Forschung
Die Studie unterstreicht den Wert von Sentinel‑5P als globales Monitoring‑Instrument, das objektive Messungen liefert und damit Entscheidungsträgern hilft, die Wirksamkeit von Umweltpolitiken zu bewerten. Zukünftige Missionen wie Sentinel‑4 und Sentinel‑5 sollen die Beobachtung von Luftqualität und atmosphärischer Zusammensetzung weiter verbessern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von ESA, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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