Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat am 13. Juli 2026 eine rasche Verstärkung des El‑Niño‑Phänomens angekündigt, das im Juli und August zu überdurchschnittlichen Temperaturen, schweren Überschwemmungen und Dürreperioden in weiten Teilen der Erde führen soll. Die Warnung richtet sich an Regierungen weltweit, die sofortige Vorbereitungsmaßnahmen ergreifen sollen, um die drohende humanitäre Notlage abzuwenden.
Starke Prognosen von NOAA
Das US‑National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) schätzt eine 63 %ige Wahrscheinlichkeit, dass die Meeresoberflächentemperaturen im östlichen Pazifik um mehr als zwei Grad Celsius über dem Mittelwert liegen. Ein solches „sehr starkes“ El‑Niño‑Ereignis könnte zu den größten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950 zählen und voraussichtlich bis Anfang 2027 anhalten.
Betroffene Regionen
Nach Angaben des International Rescue Committee werden Kenia, Uganda, Somalia, Bangladesch, Pakistan und Afghanistan besonders stark von den extremen Wetterbedingungen betroffen sein. In Bangladesch hat das Welternährungsprogramm (WFP) bereits mehr als 1,1 Millionen Menschen von Überschwemmungen und Erdrutschen gemeldet und warnt vor einer Verschärfung durch die El‑Niño‑Entwicklung.
Humanitäre Reaktionen
Tom Fletcher, UN‑Unter‑Sekretär für humanitäre Angelegenheiten, betonte, dass das Ereignis auf bereits bestehende Konflikte, massive Bevölkerungsbewegungen und steigende Preise für Treibstoff, Dünger und Nahrungsmittel treffe. Das UN‑Koordinationsbüro für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) stelle US$ 100 Millionen für Soforthilfen bereit, davon US$ 20 Millionen für antizipative Maßnahmen in sechs besonders gefährdeten Ländern.
Expertengutachten
Mat Collins, Leiter der Abteilung für Mathematik und Statistik an der University of Exeter, erklärte, dass die aktuelle Erwärmung von fast 1,5 °C die Auswirkungen des El‑Niño verdopple. Norbert Tchouaffé, Rektor der Kesmonds International University, wies darauf hin, dass das Phänomen in Afrika zu intensiven Regenfällen, Überschwemmungen, höheren Temperaturen und Dürreperioden führen könne, was die Nahrungsmittelversorgung weiter gefährde. Obed Ogega vom International Institute for Environment and Development forderte Investitionen in Frühwarnsysteme, robuste Infrastruktur und die Einbindung lokaler Gemeinschaften.
MaĂźnahmen in Brasilien
Die brasilianische Regierung hat eine interministerielle Lagezentrale eingerichtet, um mögliche El‑Niño‑bedingte Katastrophen zu koordinieren. Am 30. Juni startete das Gesundheitsministerium ein Paket von Maßnahmen, darunter ein nationales Hitze‑Risiko‑Dashboard, das Wetterwarnungen bis zu fünf Tage im Voraus ausgibt.
Handlungsempfehlungen
Experten raten zu einer verstärkten Nutzung von Frühwarnsystemen, dem Ausbau von Entwässerungs‑ und Verkehrsinfrastruktur sowie der Integration von Klimavorhersagen in die Planung von Landwirtschaft, Wasser, Gesundheit, Energie und Katastrophenmanagement. Der Einsatz von Drohnen für die medizinische Versorgung abgelegener Gebiete wird als vielversprechende Option genannt.
Fazit
Angesichts des begrenzten Zeitfensters bis zum Höhepunkt des El‑Niño‑Ereignisses müssen Regierungen, internationale Organisationen und lokale Akteure koordiniert handeln, um die drohenden Auswirkungen auf Ernährungssicherheit, Gesundheit und Infrastruktur zu mildern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von SciDev.Net, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
Ende der Uebertragung