International: Xcaret Group schließt umstrittene Vereinbarung zur Nutzung maya‑kultureller Symbole
Im März 2024 unterzeichnete die Xcaret Group gemeinsam mit dem Großen Maya‑Rat von Quintana Roo eine Vereinbarung, die die Nutzung von Maya‑Symbolen und -Identitäten in touristischen Angeboten regelt. Die Vertragsparteien vereinbarten eine einmalige Zahlung von 15 Millionen mexikanischen Pesos (etwa 857 000 USD) und verpflichteten sich, die kulturellen Ausdrucksformen der Maya‑Gemeinschaften mit vorheriger, freier und informierter Zustimmung zu nutzen.
Hintergrund der Vereinbarung
Die Xcaret Group betreibt mehrere touristische Einrichtungen, darunter den Themenpark Xcaret, der regelmäßig Veranstaltungen wie die „TravesĂa Sagrada“ anbietet. Seit ĂĽber drei Jahrzehnten nutze das Unternehmen Maya‑Symbole in seiner Werbung, wobei das Unternehmen erklärte, diese Praktiken fördere Wohlstand und kulturelle Sichtbarkeit.
Rechtlicher Kontext
Die Vereinbarung beziehe sich auf das Bundesgesetz zum Schutz des kulturellen Erbes indigener und afro‑mexikanischer Völker und Gemeinschaften. In einem Schreiben vom März 2024 betonte die Xcaret Group, dass alle Aktivitäten im Einklang mit den ethischen Grundsätzen und der Selbstbestimmung der kulturellen Träger stehen würden.
Reaktion der Gemeinschaft
Der Große Maya‑Rat von Quintana Roo, ein von der Landesregierung im Jahr 1998 eingerichtetes Vertretungsorgan, bestätigte die Vereinbarung, während ein anderer Vertreterkreis indigener Maya‑Gemeinschaften, der vom Nationalen Institut für die Entwicklung indigener Völker (INPI) anerkannt wird, die Legitimität des Rates und die Verwendung der Mittel kritisierte. Der INPI‑Vertreter forderte eine Prüfung der 15 Millionen‑Pesos‑Zahlung.
Gerichtliche Entscheidung
Im März 2026 entschied der Oberste Gerichtshof der Nation (SCJN), dass die Xcaret Group Werbematerial entfernen müsse, das Maya‑kulturelles Erbe nutze, und verwies dabei auf die 2024‑Vereinbarung. Das Gericht erklärte, dass kulturelles Erbe ein öffentliches Interesse sei und kollektiven Schutz erfordere.
Finanzielle Details
Die im Jahr 2024 vereinbarte Zahlung von 15 Millionen mexikanischen Pesos wurde von der Xcaret Group als Ausgleich für die Nutzung von Symbolen und als Beitrag zur Erhaltung des lebendigen Erbes angegeben. Der Vorsitzende des Großen Maya‑Rates, Simón Caamal Coh, wies im April 2026 jedoch öffentlich zurück, dass er die Zahlung erhalten habe.
Ausblick
Die Debatte um die Kommerzialisierung von Maya‑Identitäten bleibt ungelöst. Während die Xcaret Group betont, dass ihre Programme zur Bewahrung und Weitergabe traditioneller Praktiken beitragen, fordert ein Teil der Maya‑Gemeinschaften mehr Transparenz und eine unabhängige Prüfung der finanziellen Mittel. Die weitere Entwicklung könnte Einfluss auf die Gestaltung zukünftiger touristischer Projekte in der Riviera Maya haben.
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