Die Gesundheitsbehörden im Gesundheitsbezirk Uvira haben im Zeitraum von Dezember 2025 bis Februar 2026 mehr als 1.100 Fälle sexueller Gewalt registriert, was die Dringlichkeit der Lage verdeutlicht.
Hintergrund der Gewaltausbreitung
Chronische Unsicherheit, massive Binnenflucht und tief verwurzelte diskriminierende Normen tragen dazu bei, dass sexuelle Übergriffe im Alltag zur Norm werden und Frauen sowie Mädchen stark beeinträchtigen.
Hindernisse bei der Meldung
Angst vor Vergeltungsmaßnahmen, soziale Stigmatisierung und familiäre Ablehnung führen dazu, dass viele Opfer die Vorfälle nicht melden, wodurch Prävention und Versorgung erschwert werden.
Zivilgesellschaftliche Reaktionen
Mapenzi Manyebwa, Koordinator der Uvira Civil Society for Sustainable Development, warnt: „Diese Statistik ist ein klarer Alarm. Täter schlagen Tag und Nacht. Angesichts der vielen begünstigenden Faktoren fordern wir die Behörden auf, wirksame Strategien zu beschleunigen, um die wöchentlich steigende Rate zu bremsen.“
Die Organisation setzt auf gemeindebasierte Präventionsmaßnahmen wie Alarmnetze, lokale Ansprechpartner und zivilen Schutz, um Frauen zu ermutigen, jede Form von Gewalt sofort zu melden.
Rechtliche Entwicklungen
Laut Anwalt François Igilima bietet das seit 2023 bestehende nationale Aktionsprogramm gegen geschlechtsspezifische Gewalt sowie das Gesetz Nr. 22/065 vom 26. Dezember 2022 neue Schutzmechanismen. Er betont: „Eine Opferin muss nicht mehr die Erlaubnis des Ehepartners einholen, um ein Verfahren zu eröffnen. Sie kann eigenständig Klage erheben und Schadenersatz ohne Kaution fordern.“
Psychosoziale Unterstützung
Dr. Nerval Songolo Mutambala, Koordinator von Women Future Life, erklärt: „Wenn ein Opfer nicht sofort sprechen möchte, darf niemand es dazu zwingen. Wir müssen das individuelle Tempo respektieren.“ Der Fachmann warnt zudem vor den Folgen sozialer Stigmatisierung, die das Trauma vertiefen können.
Rolle der Medien
Journalistin Joséphine Mungubi von der Union der Frauen der Medien für den Frieden betont: „Man kann die Rechte von Frauen nicht verteidigen, ohne dass die Betroffenen selbst ihre Stimme erheben.“ Ihre Organisation verstärkt Aufklärungsarbeit über Radio, soziale Medien und Aufnahmezentren für Vertriebene und betont die Wichtigkeit einer medizinischen Versorgung innerhalb von 72 Stunden nach einem Übergriff.
Ausblick
Solange Angst die Opfer zum Schweigen bringt und Straflosigkeit Täter schützt, wird die Gewalt weiter zunehmen. Der aktuelle Kampf besteht darin, ein Umfeld zu schaffen, in dem das Melden von Vergewaltigung nicht als Akt der Tapferkeit, sondern als gesichertes Grundrecht gilt.
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