UN: Konflikt in Libanon und humanitäre Lage in Gaza verschärfen Krise
Todesopfer und Verletzte
Am Donnerstag wurden laut UN-Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA) mindestens neun Personen in Südlibanon getötet. In den letzten Tagen wurden weitere 13 Personen verletzt. Seit Beginn der Eskalation am 2. März haben die libanesischen Gesundheitsbehörden insgesamt mehr als 2.500 Tote und über 7.800 Verletzte gemeldet.
Nahrungsmittelunsicherheit in Libanon
Die anhaltende Unsicherheit und die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts haben die Lebensgrundlagen weiter geschwächt. Der Integrated Food Security Phase Classification (IPC)-Tracker warnt, dass fast ein Viertel der libanesischen Bevölkerung akute Hungerprobleme erlebt. Schätzungen gehen davon aus, dass bis August rund 1,2 Millionen Menschen von hoher akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein könnten.
Belastete öffentliche Dienste
In einer umfunktionierten Schule in Jdeideh, Beirut, leben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) 377 Personen, etwa 90 Familien, unter beengten Bedingungen. Die WHO arbeitet mit Partnern zusammen, um die medizinische Versorgung, insbesondere Blutbanken, zu stärken.
Diplomatische Bemühungen
UN-Sonderkoordinatorin Jeanine Hennis‑Plasschaert traf sich mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun, um die Fortsetzung des Waffenstillstands und die Stabilisierung des Landes zu besprechen. Gleichzeitig führte sie Gespräche mit israelischen Vertretern, um die humanitäre Lage zu entlasten.
Humanitäre Lage in Gaza
In Gaza leben nach Angaben von OCHA rund 600 Familien in stark überfüllten Unterkünften ohne ausreichende Wasserversorgung und sanitäre Einrichtungen. Die mangelnde Versorgung erhöht das Risiko von Krankheiten, während Kinder gezwungen sind, in gefährliche Gebiete zu gehen, um Materialien zu sammeln.
Gefahren durch Blindgänger
Laut UN Mine Action Service (UNMAS) wurden seit Oktober 2023 über 1.200 Personen durch nicht detonierte Sprengkörper getötet oder verletzt, wobei fast die Hälfte der Opfer Kinder sind. Diese Gefahr behindert die Rückkehr der Bevölkerung und den Wiederaufbau.
Verbreitung von Kontamination
Die weite Verbreitung von kontaminierten Trümmern verhindert eine sichere Rückkehr in die Heimat. Mit rund 1,9 Millionen Vertriebenen und 60 % der Bevölkerung ohne Wohnung ist die Wiederherstellung der Infrastruktur stark verzögert.
Ausblick
Die Kombination aus anhaltender Gewalt, wachsender Nahrungsmittelunsicherheit und infrastrukturellen Engpässen verschärft die humanitäre Krise sowohl in Libanon als auch in Gaza. Internationale Akteure betonen die Notwendigkeit, den Waffenstillstand zu festigen und den Zugang zu Hilfsgütern zu erweitern, um das Leiden der betroffenen Personen zu lindern.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required).
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