International: Zunahme ziviler Opfer und Angriffe auf die Energieinfrastruktur in der Ukraine
Am Wochenende haben langstrecken‑Raketen und Drohnenangriffe in der Ukraine und in Russland mindestens ein Dutzend Zivilisten getötet.
Angriffe auf zivile Ziele
Ukrainische Behörden meldeten acht Zivilisten, die bei russischen Angriffen auf die Stadt Dnipro ums Leben kamen, sowie 35 Verletzte. Russische Behörden berichteten von mindestens sechs Toten, die durch ukrainische Angriffe auf russisches und russisch kontrolliertes Gebiet verursacht wurden.
Zerstörung der Energieinfrastruktur
Gleichzeitig eskalierten die Angriffe auf kritische Energieanlagen. Russische Behörden gaben an, dass ukrainische Kräfte am Sonntag eine große Ölraffinerie in Brand gesetzt haben, was die russischen Kraftstoffknappheiten verschärfen könnte.
Humanitäre Folgen im Winter
Ein Bericht des UN‑Menschenrechtsbüros (OHCHR) dokumentierte, dass russische Angriffe seit dem Winter 2025‑26 mindestens 423 Angriffe auf Stromerzeugungs‑, Übertragungs‑ und Verteilungsanlagen sowie 74 Angriffe auf zentrale Heizungsinfrastruktur durchgeführt haben. Durch die Zerstörung verloren Hunderttausende Bürger den Zugang zu Strom und Heizung während des kältesten Winters seit 2010.
Danielle Bell, Leiterin der UN‑Menschenrechtsmonitoring‑Mission in der Ukraine, erklärte, dass der Verlust von Strom und Heizung die Gesundheit und Sicherheit der Bürger, insbesondere älterer Menschen, Menschen mit Behinderungen und Familien mit Kindern, erheblich gefährde.
Steigende zivile Opferzahlen
Der OHCHR‑Bericht verzeichnete von 1 Dezember 2025 bis 31 Mai 2026 insgesamt 1 272 getötete und 6 871 verletzte Zivilisten in der Ukraine – ein Anstieg von 40 % gegenüber dem Vorjahr. Langstrecken‑Raketen und Drohnenblitze bleiben die Hauptursache für zivile Verluste.
Bell betonte, dass die anhaltenden Angriffe auf die Energieinfrastruktur während des Winters und die wachsende Zahl ziviler Opfer tief besorgniserregende Trends seien.
Verletzungen des humanitären Rechts
Der Bericht hob schwerwiegende Verstöße gegen Kriegsgefangene hervor: Fast alle befragten ukrainischen Gefangenen berichteten von Folter, Schlägen, sexueller Gewalt, Stromschlägen und verweigerter medizinischer Versorgung durch russische Kräfte. Auch die meisten befragten russischen Gefangenen, die von der Ukraine festgehalten wurden, gaben ähnliche Misshandlungen an.
Die OHCHR forderte beide Konfliktparteien auf, den zivilen Schutz zu stärken, Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen und die wesentliche Infrastruktur wiederherzustellen.
UN‑Hilfsmaßnahmen
Vier Jahre nach Beginn der groß angelegten Invasion setzen UN‑Agenturen die Lieferung von Lebensmittelpaketen, medizinischen Hilfsgütern und mobilen Kliniken fort. Sie unterstützen zudem Programme für Gesundheit, Sanitärversorgung und Traumaversorgung in den am stärksten betroffenen ukrainischen Städten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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